Rüsselsheim

Drei wollen Bürgermeister werden

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Bleibt Dennis Grieser im Amt oder folgen ihm Thorsten Weber oder Anja Eckhardt?

In der Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung fällt heute Abend die Entscheidung, ob Bürgermeister Dennis Grieser von den Grünen weitere sechs Jahre im Amt bleibt oder ob er vom Rüsselsheimer CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thorsten Weber oder von Anja Eckhardt, der ehrenamtlichen Stadträtin der Wählervereinigung „Wir sind Rüsselsheim“ (WsR), abgelöst wird. Griesers Amtszeit ist bereits im Oktober abgelaufen. Mitte Mai war seine vorzeitige Wiederwahl im Stadtparlament gescheitert. 

Grieser hatte in der Stadtverordnetensitzung am 17. Mai mit starrem Blick die Verkündung des Abstimmungsergebnisses verfolgt. Für ihn waren damals nur 22 Ja-Stimmen aus den Reihen von SPD, Grünen und der Fraktion Die Linke/Liste Solidarität abgegeben worden. 23 Stadtverordnete votierten gegen den Juristen. Wie angekündigt, hatte die WsR-Fraktion, die mit Rot-Rot-Grün nach der Kommunalwahl 2016 ein buntes Bündnis geschlossen hatte, gegen Grieser gestimmt, obwohl die Fraktion im Dezember noch seine Wiederwahl beantragt hatte. Nach der Kehrtwende war das Viererbündnis am Ende.

In den vergangenen Tagen konnte sich Grieser bei verschiedenen Terminen als zuständiger Sozial-, Kultur- und Schuldezernent öffentlich in Szene setzen. Mal verlieh der Bürgermeister Verdienstplaketten an Bürger. Ein anderes Mal ließ er sich zusammen mit Baustadtrat Nils Kraft (SPD) auf dem Gelände der Alexander-von-Humboldt-Schule ablichten, wo in den nächsten Tagen die Bauarbeiten für die auf drei Jahre angelegte Erweiterung und Sanierung des Schulgebäudes beginnen. Oder er begrüßte Schüler beim Finale des schulübergreifenden Respekt- und Anti-Diskriminierungs-Workshops. Business as usual eben. 

Nach Griesers gescheiterter Wiederwahl musste seine nach Besoldungsgruppe B4 (7775 Euro monatlich) dotierte Stelle ausgeschrieben werden. Der – nach dem Oberbürgermeister – am zweitbesten dotierte hauptamtliche Posten im Rathaus soll „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ für die Amtsdauer von sechs Jahren besetzt werden, wie es in der öffentlichen Ausschreibung hieß.

Die Stellenausschreibung wurde offenbar bewusst sehr weit gefasst. Laut Ausschreibungstext wird „eine qualifizierte, aufgeschlossene Persönlichkeit mit Führungsqualitäten“ gesucht. Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird eine „überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und hohe Flexibilität“ erwartet. Erwünscht sind zudem „engagiertes, zielorientiertes Arbeiten sowie die Fähigkeit, in Konfliktsituationen konstruktiv konsensfähige Lösungswege zu finden“. Erfahrungen in der Kommunalpolitik werden erwünscht, ebenso wie Erfahrungen in den Bereichen Jugend, Schule, Soziales, Integration und Kultur. Neben den Aufgaben für die Dezernate fungiert der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin zugleich als Stellvertreter oder Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. 

Grieser wird vom CDU-Parteivorsitzenden und Stadtverordneten Thorsten Weber herausgefordert, der Landesgeschäftsführer der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Hessen und kommissarischer Kreisgeschäftsführer der Frankfurter CDU ist. Als Außenseiterin bewirbt sich die 47-jährige Bankkauffrau Anja Eckhardt um den Posten, die als Berufsschullehrerin arbeitet. 

Von den 45 Stimmen im Stadtparlament hat die CDU 13, die SPD 12, WsR 6, die Grünen 5, die Linke 4, die FDP 2. Zudem gibt es noch drei weitere Stadtverordnete.

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