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Etwas mehr Betreuung

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An 1200 Schulen gibt es nachmittags Angebote, aber nur wenige sind echte Ganztagsschulen.

Der Ausbau der Ganztagsschulen schreitet in Hessen voran – allerdings langsamer, als es sich die schwarz-grüne Koalition erhofft hatte. Im neuen Schuljahr werden nur zwei zusätzliche Schulen als gebundene Ganztagsschulen arbeiten, also mit verpflichtenden Angeboten bis 16 oder 17 Uhr.

Vor einem Jahr hatte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) mitgeteilt, dass es 107 gebundene Ganztagsschulen gebe. Am Mittwoch nun stellte er die Planung für das Schuljahr 2019/20 vor. Danach sind 109 gebundene Ganztagsschulen vorgesehen. Die Frankfurter IGS Nord und die Kasseler Pestalozzischule kommen neu hinzu.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU und Grüne das Ziel verkündet, dass pro Schuljahr „bis zu 50 Grund- oder weiterführende Schulen in das Profil 3 des Ganztagsschulprogramms neu aufgenommen werden können“. Als „Profil 3“ werden echte Ganztagsschulen bezeichnet.

„Damit stellen wir genug Mittel bereit, dass jede Schule, die das möchte, ein rhythmisiertes und gebundenes Ganztagsschulkonzept umsetzen kann“, erläuterte der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Daniel May. Die Nachfrage der Schulen war aber offenbar deutlich geringer als erwartet. Lorz kommentierte: „Wir setzen beim Ganztagsausbau auf Qualität statt politisch motivierte Quantität.“

Insgesamt arbeiten künftig 1197 Schulen mit Ganztagsangeboten. Gut die Hälfte davon beschränkt sich auf „Profil 1“. Das umfasst freiwillige Angebote an mindestens drei Wochentagen bis 14.30 Uhr und wird jetzt von 611 Schulen genutzt, 18 mehr als im vergangenen Schuljahr. Andere Schulen setzen auf den „Pakt für den Nachmittag“. Dabei garantiert das Land Unterricht und Betreuung bis 14.30 Uhr, die Kommunen sorgen für eine Betreuung bis 17 Uhr. Auch eine Ferienbetreuung gehört zum Angebot.

Insgesamt nehmen jetzt 253 Schulen am „Pakt für den Nachmittag“ teil, das sind 45 mehr als bisher. Lorz berichtete, für die ganztägigen Angebote stelle das Land 3300 Stellen zur Verfügung, zusätzlich zur regulären Unterrichtsabdeckung. Das seien 350 Stellen mehr als im vergangenen Schuljahr und doppelt so viele Stellen wie vor fünf Jahren.

Die Opposition kommentierte die Entwicklung skeptisch. Der FDP-Bildungspolitiker Moritz Promny sagte, Schwarz-Grün handle gemäß dem Motto „Mühsam nährt sich das Eichhörnchen“. SPD-Politiker Christoph Degen nannte die Pläne „ambitionslos“. Die Linke Elisabeth Kula kam zu dem Schluss, dass die schwarz-grüne Koalition ihre Ziele „meilenweit“ verfehle.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Armin Schwarz, urteilte hingegen, die Ganztagsangebote würden „in beträchtlichem Umfang ausgebaut“. Er verwies wie Minister Lorz darauf, dass insgesamt 250 Schulen ihre Ganztagsangebote erweiterten.

Die Programme

611 Schulen im „Profil 1“: Angebote an mindestens drei Tagen bis 14.30 Uhr.

224 Schulen im „Profil 2“: Angebote an fünf Tagen bis 16 oder 17 Uhr.

109 Schulen im „Profil 3“: verpflichtende Angebote bis 16 oder 17 Uhr.

253 Schulen nehmen am „Pakt für den Nachmittag“ mit Betreuung bis 17 Uhr teil.

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