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2,5 Millionen Euro kostet der neue Kanal.

Groß-Gerau

Entlastung für die Kanäle

Die Stauraumkapazität des Kanalnetzes angesichts häufiger werdender Starkregenereignisse muss erhöht werden. Die Arbeiten in der Gernsheimer Straße sind im Zeitplan.

In der Gernsheimer Straße gehen die Kanalbauarbeiten voran. Der zweite Mischwasserhauptsammler in Groß-Gerau wird erneuert. Vor zwei Jahren haben die Kanalbauarbeiten begonnen, die mittlerweile am dritten Abschnitt angelangt sind. Davon betroffen ist derzeit eine gut 300 Meter lange Strecke von der Emil-von-Behring-Straße über die Gernsheimer Straße bis zur Gustav-Heinemann-Straße.

Harald Steiger, Leiter der Stadtentwässerung, erläuterte bei einem Baustellentermin am Donnerstag das Ziel der Maßnahme. Es gilt, die Stauraumkapazität des Kanalnetzes angesichts häufiger werdender Starkregenereignisse zu erhöhen. „Die Kanäle waren am Limit“, Entlastung sei nötig. Wenn die derzeit laufenden Arbeiten abgeschlossen würden, was bis Ende Oktober zu erwarten ist, sei dieses Ziel erreicht.

Vollsperrung ab Montag

In der Gernsheimer Straße sind die sechs Tonnen schweren neuen Kanalrohre mit sogenanntem Drachenprofil mittlerweile verlegt. Sie haben mit 1,20 bis 1,60 Metern einen deutlich größeren Durchmesser als die alten (25 bis 80 Zentimeter). Zum Teil wurde beim Einbau die Fließrichtung verändert, um die Entwässerung zu optimieren. In diesem dritten Bauabschnitt liegen die Rohre in einer Grabentiefe von etwas mehr als drei Metern.

Am Donnerstag waren die Bauarbeiter dabei, Rinnenplatten zu setzen. Ab nächster Woche wird der Straßenbau weiter vorbereitet, außerdem sind noch Trinkwasserleitungen und Anschlüsse zu erneuern.

Wegen dieser Baumaßnahmen ist ab Montag, 25. August, die Gernsheimer Straße, die seit ein paar Wochen nur in einer Richtung befahren werden konnte, komplett gesperrt; davon sind auch Buslinien betroffen. Die Haltestelle „AOK/Post“ entfällt in dem genannten Zeitraum ersatzlos. Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH (LNVG) Kreis Groß-Gerau bittet die Fahrgäste, auf die reguläre Haltestelle „Marktplatz“ auszuweichen.

Am Ende der bis 4. September andauernden Vollsperrung wird die Straßendecke komplett erneuert. Bis zur Nacht der Sinne am Freitag, 5. September, soll die Gernsheimer Straße wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Um den ehrgeizigen Zeitplan bis Anfang September einzuhalten, sei die Zahl der eingesetzten Bauarbeiter auf 15 Mann erhöht worden. Vorher waren es sechs bis acht, die auf der Baustelle arbeiteten.

Steiger gab sich im Gespräch sehr zufrieden mit der Baufirma. Die Arbeiten lägen voll in der Zeit, die Baustelle sei unproblematisch. Auch die Verkehrsführung bereite keine Probleme. Alles sei gut ausgeschildert. Ab Anfang September geht es auf gut 50 Metern noch in der Gustav-Heinemann-Straße mit der Kanalerneuerung weiter, bis zur ersten Querstraße, erklärte Harald Steiger beim Ortstermin. Für diesen letzten Teil der Strecke seien nochmals vier bis sechs Wochen eingeplant. So lange bleibt die Gustav-Heinemann-Straße gesperrt.

Rund vier Wochen ist auch noch die Emil-von-Behring-Straße an der Kreuzung zur Gernsheimer Straße gesperrt, denn dort befindet sich die Baustelleneinrichtung mit Container und Baggerabstellplatz. Für den gesamten dritten Bauabschnitt des zweiten Mischwasserhauptsammlers werden rund 2,5 Millionen Euro ausgegeben, so Steiger. Alle drei Strecken seien ungefähr gleich lang gewesen, sodass für die aktuelle Maßnahme rund 800 000 Euro an Kosten anfallen. (amt)

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