Kreis Gross-Gerau

Eltern scheitern an Anträgen

Nur Wenige nutzen das Bildungs- und Teilhabepaket (BTP). Im Kreis Groß-Gerau gibt es knapp 8000 Berechtigte, davon nehmen aber nur rund zehn Prozent die Leistungen in Anspruch.

Mit dem Slogan „Mitmachen möglich machen“ wirbt das Hessische Ministerium für Soziales und Integration für das Bildungs- und Teilhabepaket (BTP). Seit April 2011 soll das Bildungspaket gezielt Kinder und Jugendliche unterstützen, deren Eltern bestimmte Sozialleistungen beziehen oder ein geringes Einkommen haben – der Landkreis als Träger der Sozialhilfe ist für die Umsetzung des BTP zuständig.

Mit dem Paket soll es den Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden, bessere Bildungschancen zu bekommen und auch Sport- und Freizeitmöglichkeiten nutzen zu können. Im Kreis Groß-Gerau gibt es knapp 8000 Berechtigte, davon nehmen aber nur rund zehn Prozent die Leistungen in Anspruch.

„Viele Eltern scheitern beim Ausfüllen der komplizierten Anträge“, sagt Elke Anthes, Vorsitzende des Kinderschutzbunds Groß-Gerau. Auch Frank Gerhard vom Fachbereich Jugend und Schule der Kreisverwaltung sagt, dass die Umsetzung des BTP für alle Beteiligten schwierig und aufwendig ist. Hinzu kommt, dass viele Betroffene nicht wissen, ob und worauf sie einen Anspruch haben.

In Schulen helfen oft engagierte Lehrer, die die Anträge für die Eltern eines Schülers ausfüllen und somit Mittel etwa für Nachhilfe oder eine Klassenfahrt beantragen. In den Sportvereinen finden sich engagierte Trainer, die einen Antrag stellen, weiß Frank Gerhardt, denn für die Teilnahme an Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten werden vom BTP zehn Euro pro Monat und Kind gezahlt.

Der Kreis verfolgt das Ziel, die Hilfe für alle berechtigten Kinder und Jugendlichen möglichst einfach anzubieten. Dazu liegt ein neuer Flyer vor, der in fünf Sprachen das BTP erläutert und Vereinen, Schulen und Kindergärten zugesendet wurde. Darauf sind die Anlaufstellen im Kreis angegeben, bei denen Antragsteller Unterstützung erhalten. (eda)

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