Shoppen hinter historischer Fassade - so stellen sich Investoren den Eingang zum Opel-Forum vor.
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Shoppen hinter historischer Fassade - so stellen sich Investoren den Eingang zum Opel-Forum vor.

Opel-Forum in Rüsselsheim

Einkaufen im Opel-Altwerk

In Rüsselsheim gibt es Streit um die Pläne für das Opel-Forum. Die sehen den Abriss von denkmalgeschützten Gebäuden am Opel-Altwerk vor. Der Investor weist die Kritik zurück: „Lieber ein lebendiges Denkmal mit teilweisem Rückbau als ein vor sich hin rottender Leerstand.“

In Rüsselsheim gibt es Streit um die Pläne für das Opel-Forum. Die sehen den Abriss von denkmalgeschützten Gebäuden am Opel-Altwerk vor. Der Investor weist die Kritik zurück: „Lieber ein lebendiges Denkmal mit teilweisem Rückbau als ein vor sich hin rottender Leerstand.“

Der Abriss denkmalgeschützter Gebäude am Opel-Altwerk erhitzt in Rüsselsheim die Gemüter. Der Abriss ist nötig, damit das Opel-Forum entstehen kann, zu dem ein Einkaufszentrum gehört. Aus Sicht der Befürworter ist es Rüsselsheims Schlüssel zur Zukunft, Kritiker befürchten hingegen den Verlust historisch bedeutsamer Industriebauten.

Der Immobilienentwickler Acrest hat Verständnis für die Kritik, sieht jedoch keine andere Möglichkeit als den Abriss: „Die Realisierung des Einkaufszentrums im Gebäudebestand ist wirtschaftlich nicht durchführbar“, sagt Stefan Zimmermann. Er ist Geschäftsführer der Firma Acrest, die hinter den historischen Außenmauern ein Einzelhandelszentrum mit rund 100 Geschäften auf 23.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen will. „Ein gutes Denkmal ist ein lebendiges Denkmal“, sagt er, oder genauer: „lieber ein lebendiges Denkmal mit teilweisem Rückbau als ein vor sich hin rottender Leerstand.“

Decken sind zu niedrig

Der Empörung, 75 Prozent des Altwerks würden abgerissen, tritt er mit anderen Zahlen entgegen: Gemessen am gesamten Bestand seien 27 Prozent zum Abriss vorgesehen. Von 1,5 Kilometern historischer Außenfassade würden 200 Meter geopfert. Außerdem soll der Charakter des Industrieareals in den neu gebauten Teilen aufgegriffen und wertvolle Zeugnisse der Opelgeschichte neu platziert werden.

Die Gebäude im Trakt A und B des Altwerks scheiden laut Zimmermann wegen der niedrigen Geschosshöhe und der räumlichen Anordnung in mehreren Gebäuderiegeln mit vielen Treppenhäusern als Einkaufsfläche aus. „Das akzeptiert der große filialisierte Einzelhandel nicht“, stellt er fest, auch nicht für noch so viel Industriekulturcharme. Der Versuch, Ladengeschäfte in den bestehenden Gebäuden anzusiedeln, würde in einem Kleinklein enden, dass nie die Zugkraft nach außen entwickeln würde, die die Innenstadt braucht, sagt Zimmermann. „Man braucht die großen Ankermieter, denen man Flächen zwischen 1500 und 3000 Quadratmeter anbieten muss.“ (vol.)

Das Opel-Forum ist heute Thema im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss. Er tagt ab 18 Uhr im Ratssaal.

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