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Udo Bausch (parteilos) ist seit knapp einem Jahr Rüsselsheimer Oberbürgermeister.

Rüsselsheim

OB sieht Opel-Stadt in Bewegung

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Udo Bausch, Oberbürgermeister von Rüsselsheim, zieht nach einem Jahr im Amt Bilanz. Er stellt zudem einen Etatentwurf mit einem Defizit von knapp neun Millionen Euro vor.

Zum Jahreswechsel wird Oberbürgermeister Udo Bausch ein Jahr im Amt sein. Und der parteilose Rathauschef, der Anfang Oktober 2017 Amtsinhaber Patrick Burghardt von der CDU bezwungen hatte, ist mit seiner Arbeit durchaus zufrieden. „In Rüsselsheim tut sich etwas“, lautete seine Botschaft, als er dieser Tage im Ausstellungsraum der „Motorworld-Manufaktur“ im Opel-Altwerk gegenüber dem Rüsselsheimer Bahnhof seine Jahresbilanz präsentierte. 

Unmittelbar nach seinem Wahlsieg hatte Bausch der FR gesagt, er wolle Rüsselsheim nach dem Amtsantritt im Januar „zu einem Standort machen, der in Bewegung ist“. Und nach der Übernahme des Autobauers Opel durch den französischen Konzern PSA trifft dies ja auch zu. 

Bausch, der lange bei der Stadt Frankfurt als Wirtschaftsförderer tätig war, verweist auf die Attraktivität Rüsselheims und die sehr guten Verkehrsanbindungen. Auch auf Pressekonferenzen mit heimischen Journalisten preist der OB immer wieder die Vorzüge des Standorts und präsentiert sich – wenngleich vornehm-verhalten in der Wortwahl – als engagierter Standortwerber. Bausch führt etwa das Gewerbegebiet Blauer See an oder die vergleichsweise moderaten Miet- und Kaufpreise von Immobilien. 

Beim Thema Stadtentwicklung verweist Bausch auf das „Quartier am Ostpark“, das Platz für 1200 Bewohner biete und für das es einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben habe. Grünes Licht gebe es auch für die Bebauung der „Eselswiese“ und das Karstadt-Areal in der Innenstadt, für dessen Entwicklung die städtische Wohnungsbaugesellschaft verantwortlich zeichnet. 

Auf Interesse seien in den vergangenen Monaten auch die von ihm initiierten Fachgespräche mit Vertretern des Einzelhandels, der Immobilienbranche, des Handwerks sowie Firmen aus dem Bereich Automotive gestoßen, sagte Bausch. Zudem sei der Präventionsrat wiederbelebt und ein privater Sicherheitsdienst engagiert worden, um illegales Parken zu sanktionieren. Überdies habe in diesem Jahr zum ersten Mal das Festival „Love Family Park“ auf dem Mainvorland stattgefunden. Fans elektronischer Musik werden dort am 27. Juli 2019 erneut feiern können. 

Am Donnerstagabend legte Bausch den Stadtverordneten den Haushaltsentwurf für das nächste Jahr vor. Der Etat weist ein Defizit von 8,7 Millionen Euro auf. Laut Bausch ist der Haushalt mit Erträgen in Höhe von 191,3 Millionen Euro und Aufwendungen von 200 Millionen Euro „in allen Teilen genehmigungsfähig“. 2019 Jahr will die Stadt 45,8 Millionen Euro vor allem in die Sanierung der Schulen, die Digitalisierung der kommunalen Verkehrssysteme und die E-Mobilität investieren. Dafür werden rund 31 Millionen Euro an neuen Krediten benötigt. Der Schuldenstand der Stadt wird Ende 2019 voraussichtlich 232,6 Millionen Euro betragen. 

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