Rüsselsheim

Präventionsrat geht neu an den Start

Der städtische Präventionsrat in Rüsselsheim rückt in Zukunft die Extremismus-Vorbeugung in den Blickpunkt. Die fach- und behördenübergreifende Vorbeugungsarbeit werde neu aufgestellt, verkündete Oberbürgermeister Burghardt.

„Mit dem Präventionsrat, in dem sich verschiedene Institutionen, Behörden und gesellschaftliche Gruppen mit Problemlagen in der Stadt beschäftigen, will die Verwaltung das friedliche Miteinander fördern und tritt Gewalt zielgerichtet entgegen. Ein Schwerpunktthema wird die Extremismus-Vorbeugung sein“, erklärte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), dessen Dezernat das Gremium zugeordnet wird. Verankert werden soll der Rat im Fachbereich Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung. Über genaue Zusammensetzung und Termine werde noch entschieden.

Das Gremium dient als Lenkungsgruppe. Neben städtischen Mitarbeitern sollen ihm Polizei, Gericht und weitere gesellschaftliche Gruppen, Ausländer- und Stadtelternbeirat angehören. Ziel sei es, mögliche Probleme im Zusammenhang mit Gewalt, Kriminalität und Extremismus früh zu erkennen, den Austausch zwischen den teilnehmenden Institutionen zu verbessern und vorbeugende Lösungen zu finden.

„Durch Mitarbeit im hessenweiten Netzwerk gegen Gewalt wird ein weiterer Baustein der Präventionsarbeit durch eine interkommunale Vernetzung gesetzt“, erläuterte der OB. Das Netzwerk verstehe Gewaltprävention als gesellschaftliche Aufgabe, wolle Beiträge zur Intensivierung der Kooperation aller beteiligten Behörden, Institutionen, Vereine, Verbände und Initiativen leisten.

Inforeihe zum Thema

In der Stadt gebe es bereits vielfältige präventive Aktivitäten, organisiert durch die Verwaltung oder private Initiativen. Das Interkulturelle Büro habe eine Inforeihe zum Thema Extremismus initiiert. Neben Bürger-Veranstaltungen hätten sich auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung über extremistische Strömungen informiert. Roland Johne, Leiter des Dezernates Islamismus/Ausländerextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz, habe gerade über rechtsradikale und andere extremistische Gruppierungen sowie Handlungsansätze zur Prävention referiert.

Am 30. März findet eine Veranstaltung mit Kemal Bozay statt, Professor am Institut für Angewandte Sozialwissenschaften der FH Dortmund. Er referiert über Ursachen, Formen und Faktoren von „Radikalismus, Nationalismus und Extremismus in der Einwanderungsgesellschaft“. „Mit solchen Maßnahmen wollen wir für einen sensiblen Umgang mit extremistischen Gruppierungen in der Stadt sensibilisieren“, erklärte Burghardt. Um solche Veranstaltungen zu unterstützen, könne der Präventionsrat beispielsweise bei der Beantragung von Fördergeldern oder der Suche nach Sponsoren helfen. (ers)

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