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In Kleingruppen werden Ideen für die Entwicklung der Kreisstadt diskutiert.

Groß-Gerau

Eine Stadt zum Wohlfühlen

Wie soll sich die Kreisstadt in gut zehn Jahren präsentieren? Bürger entwickeln Konzepte für die Zukunft der Kreisstadt.

Die Kreisstadt soll unter anderem ihren Wohlfühlcharakter stärken, sauberer, energiebewusster und noch ein bisschen grüner werden sowie mehr für die Jugend tun. Zudem generationenübergreifende Projekte starten und Funktionsräume für alle Altersgruppen schaffen und sich zu einem innovativen Wirtschaftsstandort entwickeln. Die Liste von Vorschlägen und Wünschen der Bürger Groß-Geraus ist lang.

Trotzdem hätte das Interesse an der Zukunftswerkstatt im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes Groß-Gerau 2020 mit rund 80 Teilnehmern aus Sicht der Organisatoren - Stadtverwaltung und moderierendes Fachbüro - durchaus etwas größer sein dürfen.

Wie soll sich die Kreisstadt in gut zehn Jahren präsentieren? Gibt es Ideen oder Anliegen, die von vielen Menschen für wichtig erachtet werden, existieren Projektideen, denen eine Mehrheit Priorität einräumen möchte? Nach ebenso konstruktiven wie kreativen Antworten wird seit Monaten gesucht.

Umfrage gibt Impulse

Den Anfang bildete eine Umfrageaktion, deren Ergebnisse öffentlich vorgestellt und jetzt bei mehreren Treffen Zug um Zug aufbereitet werden. Von Beginn an standen Themen wie öffentlicher Nahverkehr, Sauberkeit, Jugendangebote oder regenerative Energien im Fokus.

Beim jüngsten Treffen diskutierten vier Arbeitsgruppen über verschiedene Aufgabenbereiche. Dabei habe sich auch herausgestellt, dass mancher Groß-Gerauer dem Stadtentwicklungskonzept durchaus skeptisch gegenüber stehe, ließ Kristina Esser, leitende Mitarbeiterin des beauftragten Fachbüros Kokon, das Publikum wissen. Einige Bürger frage sich, ob am Ende des Prozesses wirklich etwas Greifbares herauskomme und wer das Entwickelte letztendlich umsetze. Darüber hinaus sei erkennbar geworden, dass nicht alle Teilnehmer auf dem aktuellen Stand der Dinge sind und manche kaum Kenntnis besaßen, welche Projekte die Stadt in jüngster Zeit bereits auf den Weg gebracht hat.

Er habe verstanden, dass die derzeit seitens der Stadt praktizierten Kommunikations-Varianten - von den Informationstafeln an den Ortseingängen über die städtische Homepage mit Veranstaltungskalender bis hin zu Presseveröffentlichungen - offenbar nicht ausreiche und zu verbessern sei, erklärte Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) in seinem Resümee.

Per Handzeichen beurteilte eine deutliche Mehrheit der teilnehmenden Bürger - deren Altersdurchschnitt sich im Vergleich zur Auftaktveranstaltung deutlich verjüngt hat - den Verlauf der Zukunftswerkstatt positiv. Dieses Bekenntnis zeige, dass die Stadt auf einem guten Weg sei, so der Bürgermeister. Er wolle die Dialogkultur weiterführen und nehme aus dem ergebnisorientierten Verlauf der Gespräche das deutliche Signal mit, dass Groß-Gerau zukünftig "moderner und aufgeschlossener" sein möchte.

Stadtverwaltung und Kommunalpolitik arbeiteten gemeinsam darauf hin, dass mit Beteiligung der Bürger entworfene Stadtentwicklungskonzept, dessen Fertigstellung für das Frühjahr 2010 anvisiert sei, schrittweise umzusetzen, erklärte Stefan Sauer. Die Kreisstadt solle zunehmend mehr den Bürgerwünschen entsprechen, das städtische Erscheinungsbild den Menschen Jahr für Jahr vertrauter vorkommen.

Die nächste Möglichkeit aktiv am Stadtentwicklungskonzept mitzuarbeiten, bietet sich den Groß-Gerauern Anfang November. Der Termin ist noch nicht bekannt. (ers)

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