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Der ehemalige Lehrer sieht sich  als Ansprechpartner auch für Eltern.
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Der ehemalige Lehrer sieht sich als Ansprechpartner auch für Eltern.

Mörfelden-Walldorf

Der Brückenbauer

Streetworker René Bach lockt Jugendliche mit Sport von der Straße. Der ehemalige Lehrer versteht sich auch als Ansprechpartner für Eltern.

Das Handy von René Bach klingelt. Er soll an die Wilhelm-Arnoul-Schule kommen. Ein paar Jugendliche würden den Grundschülern dort Angst einjagen, so der Anrufer. Streetworker Bach geht hin, zeigt der Gruppe seinen Ausweis, erklärt seine Arbeit und kommt schnell ins Gespräch – eine eher einfache Aufgabe. Die Jugendlichen randalierten nicht, noch waren sie nur auf Konfrontation aus.

Trotzdem bezeichnet der Streetworker den Treff auf dem Areal der Walldorfer Grundschule als Brennpunkt. Von diesen Brennpunkten, den Einsatzorten von René Bach, gibt es in Mörfelden-Walldorf einige. Jeder mit einer eigenen Problematik, die manchmal einfach, manchmal weniger einfach zu lösen ist.

Seit anderthalb Jahren ist Bach inzwischen im Einsatz, als Brückenbauer und wichtiger Ansprechpartner. Der Kern seiner Arbeit lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: Alternativen schaffen. Doch dahinter steckt viel – vor allem Perspektiven schaffen für Jugendliche, die sie vor dem Kontakt mit dem Streetworker nicht sahen. Diese Optionen erschließen sich allerdings nur denen, die die Unterstützung von Bach von sich aus in Anspruch nehmen. Denn: „Ich mache keine Werbung und zwinge niemanden etwas zu tun, was er nicht will. Alles geschieht auf freiwilliger Basis.“

Das Angebot, das der 43-Jährige Streetworker für die Jugendlichen auf dem Schulhof der Arnoul-Schule im Sinn hat, ist theoretisch einfach zu realisieren. In ein paar Metern Entfernung zu ihrem Treffpunkt befindet sich die Sporthalle der Grundschule. Dort könnten sie sich austoben. „Sport ist ein gutes Mittel, um Kontakt aufzubauen“, sagt Bach. Hallenzeiten für seine Angebote zu bekommen sei allerdings schwer. An einigen Orten hat es dennoch funktioniert, die Brennpunkte waren schnell aufgelöst.

Boxtraining und Fußball

Zu Beginn seiner Tätigkeit im Juli 2009 war René Bach oft auf dem Hof der Bürgermeister-Klingler-Schule. Verschmutzung, kaputte Scheiben und Drohungen gegenüber Erwachsenen waren dort die Probleme, die innerhalb weniger Wochen gelöst waren. „Der Zaun, der dann dort errichtet wurde, war eigentlich unnötig“, sagt Bach. Zuhören und Interessen ermitteln, ist sein Rezept. Daraus entwickelten sich Projekte wie das Boxtraining oder Mitternachtsfußball. „Das sind Riesenerfolge“, findet Bach, der für diese Arbeit seinen Job als Sport- , Politik- und Wirtschafts-Lehrer an den Nagel hängte. Knapp 30 Jugendliche nehmen allein an diesen beiden Angeboten teil.

Innerhalb des Ganztagsangebots der Bertha-von-Suttner-Schule bietet er zusammen mit Jugendlichen die Trendsportart Parkour an, bei der mit gekonnten Sprüngen Hindernisse in freier Natur oder in der Stadt überwunden werden. „Dadurch lerne ich viele Jugendliche früh kennen. Der Zugang wird leichter und der Respekt ist vorhanden. Außerdem spricht es sich rum, dass es mich gibt.“ Hauptsächlich bemüht er sich Schulschwänzer.

Bei der Arbeit des Streetworkers geht es aber nicht nur um Freizeitbeschäftigung. Auch in schulischen oder beruflichen Angelegenheiten bietet er in Kooperation mit Doris List vom Jobtreff des Jugendzentrums Unterstützung.

Dass ihn Eltern von sich aus anrufen, bestätige die Richtigkeit und Wichtigkeit seines Engagements, sagt Bach. So bietet er etwa Hilfe an, wenn Eltern mit ihrem drogenabhängigen Kind nicht mehr zurechtkommen . (tij)

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