Rüsselsheim

Mit Bakterien reinigen

Mit zwei Jahren Verzögerung beginnt jetzt die Altlastensanierung auf dem letzten Abschnitt des Geländes der ehemaligen Azbill-Kaserne, auf der US-Streitkräfte stationiert waren.

Mit zwei Jahren Verzögerung beginnt jetzt die Altlastensanierung auf dem letzten Abschnitt des Geländes der ehemaligen Azbill-Kaserne, auf der US-Streitkräfte stationiert waren. Der Startschuss zur Sanierung fiel in diesen Tagen. Davon zeugen die aufgefahrenen Wagen und abgestellten Container an der Johann-Sebastian-Bach-Straße neben dem "Regenbogenpark".

Weil Wert auf Effektivität und Sorgfalt gelegt worden sei, habe dies eine zeitliche Verzögerung begründet, erklärte Stefan Berninger vom Hessischen Baumanagement, dessen Regionalniederlassung Darmstadt Organisation und Betreuung übernehmen. Die angeführten Gründe sind nachvollziehbar angesichts der anstehenden Aufgabe: Auf dieser rund 2500 Quadratmeter messenden Fläche war einst eine Tankstelle untergebracht, es sickerten über Jahrzehnte Treibstoffreste und Dieselöl in den Untergrund.

Gereinigt wird der verseuchte Boden im sogenannten In-Situ-Verfahren, was bedeutet, dass im Boden reichlich vorhandene Mikroben und Bakterien die Beseitigung der Schadstoffe vornehmen. Um den Prozess zu beschleunigen, wird die Bodenfauna durch dosierte Zugabe von Nährstoffen, Feuchtigkeit und Luftsauerstoff "gefüttert" und damit zu deutlich gesteigerter Arbeit angeregt. Schadstoffe wie Aromaten, Mineralöl- und andere Kohlenwasserstoffe können so direkt im Boden umweltfreundlich zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden. Dies erfolgt über etwa 50 Bohrungen, die bis zu 15 Meter niedergebracht werden. In sie werden 50 Millimeter starke Rohre eingeführt, die sich in Belüftungs- und Absaugpegelbrunnen sowie Grundwassermessstellen gliedern. Der gesamte Sanierungsprozess wird über eine vollautomatische Anlage gesteuert.

Weil viel Feinarbeit nötig war, um die Belange des Nachbarschaftsschutzes unter einen Hut zu bringen, sei auch viel Zeit verflossen. ( eda)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare