Mörfelden-Walldorf

Badeunfall ohne Konsequenzen

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Gespräche über Aufsicht ziehen sich weiter hin.

Nach dem Badeunfall, bei dem vergangenen Sonntag ein 30-Jähriger am Walldorfer Badesee zu Tode kam, fragt sich mancher, welche Konsequenzen der Vorfall auf die erneute Einrichtung einer Badeaufsicht hat. Denn die Aufsichtspflicht ist seit der von der Stadt initiierten Umwidmung zur Badestelle dieses Jahr weggefallen.

„Der Fall wird hinsichtlich der Sicherheit an der Badestelle keine Folgen haben“, teilte Ralf Baitinger, Leiter des Sport- und Kulturamts, der FR mit. Alle baulichen und informativen Sicherheitsmaßnahmen seien durchgeführt worden. Das Baden geschehe nach wie vor auf eigene Gefahr. „Es ist unverständlich, warum ein Nichtschwimmer sich in ein ihm unbekanntes Gewässer begibt“, sagte Baitinger. Inzwischen habe die Familie des Mannes die Stadt informiert, dass der 30-Jährige einen Herzinfarkt erlitten habe.

Obwohl die Stadt nicht verpflichtet dazu ist, plant sie, eine Badeaufsicht zu installieren, die weiterhin von der Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf (IRBW) übernommen wird. Der Verein hatte die Aufsicht 48 Jahre lang inne. Mitglieder hatten sich am Sonntag als Erste an der Suche nach dem Ertrunkenen beteiligt und ihn auch geborgen. Doch jetzt haben sich die gesetzlichen Auflagen verschärft.

Seit Monaten befinden sich deshalb Stadt und IRBW in Gesprächen, wie man eine Aufsicht einrichten könnte, die den Minimalanforderungen gerecht wird. Laut Baitinger wurde der IRBW angeboten, die Organisation und Finanzierung nötiger Qualifizierungsmaßnahmen, das Anschaffen von Einheitskleidung und weiterer Dinge zu übernehmen. Dieses Angebot sei bis heute nicht angenommen worden, der Vertrag nicht unterzeichnet.

Vereinschef Volker Rauert sagte der FR, der Vertrag sei für den Verein wegen der auf ihn übertragenen Gesamthaftung nicht unterzeichenbar. Das habe die juristische Prüfung ergeben. Auch würde der Verein seine satzungsmäßige Selbstständigkeit verlieren. Die Qualifizierungen könne man zudem selbst übernehmen.

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