Rüsselsheim

Ab April in den Pavillon

Sanierung oder Neubau? Das Stadtparlament muss entscheiden, wie es mit der Kindertagesstätte in der Rheingauer Straße weiter geht, die seit dem Sommer nach einem Wasserschaden geschlossen ist. Die 82 Kinder werden indes bald wieder an einem Ort betreut.

Die Kinder der von Schimmelpilz befallenen Kindertagesstätte Rheingauer Straße sollen ab Mitte April in Pavillons betreut werden. Das hat der Magistrat der Stadt Rüsselsheim in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Derzeit sind die 82 Kinder aus Bauschheim auf drei Einrichtungen verteilt, die Kita wurde im Sommer 2009 nach Wasserschaden und Pilzbefall geschlossen. Ob das Gebäude saniert wird oder es einen Neubau gibt, entscheidet das Stadtparlament in seiner Sitzung am 4. Februar.

Die provisorischen Pavillons sollen auf einem Nachbargelände der Kita an der Rheingauer Straße aufgestellt werden. In den nächsten Tagen wird das rund 300 000 Euro teure Projekt ausgeschrieben. Das Nachbargelände befindet sich in städtischem Besitz, erläuterte Baudezernentin Silke Klinger am Dienstag bei einem Pressegespräch. Größere Erdarbeiten seien nicht nötig. Das Gelände werde eingezäunt, im Außenbereich könnten Spielmöglichkeiten geschaffen werden.

Stadt will Neubau

Klinger betonte, dass die Stadt angesichts der umfangreichen baulichen Mängel, die zu dem Schimmelpilzbefall geführt hatten, einen Neubau der Kita vorziehe. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass nicht auch nach einer Sanierung im Laufe der Jahre wieder Schimmelbildung auftritt. Die Kosten für die Sanierung werden mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt, ein Neubau würde rund zwei Millionen Euro kosten.

Die Kita war in den 90er Jahren gebaut worden. Regressforderungen seien nicht mehr möglich, da die Baufirma inzwischen in Konkurs gegangen sei, so Klinger. Von der gleichen Baufirma waren auch die bauähnlichen städtischen Kindertagesstätten Zum Büttelacker und Am Ehlenberg errichtet worden. Schon Ende Juli 2009 seien dort von der Stadt Luftkeimzahlmessungen und sogenannte Abklatschproben an den Wänden veranlasst worden, die aber nur in der Kita Am Ehlenberg leicht erhöhte Werte ergeben hätten. Drei Räume seien daraufhin saniert worden, die Arbeiten würden in dieser Woche abgeschlossen. Zudem würde nun regelmäßig gemessen.

Bürgermeister und Sozialdezernent Jo Dreiseitel ließ keinen Zweifel daran, dass in Bauschheim auch weiterhin drei städtische Kindertagesstätten gebraucht werden. Es gebe hier keinen Geburtenrückgang, die bisherigen 220 Kindergartenplätze und 40 Hortplätze müssten aufrechterhalten oder sogar ausgeweitet werden, so Dreiseitel.

Sollte das Stadtparlament für einen Kita-Neubau stimmen, bleibt neben Konzeption und vielen Details auch die Frage des Standorts offen. Konkretere Aussagen gibt es bereits zum Zeitplan. Klinger: "Wir gehen davon aus, dass die neue Kita im Laufe des Jahres 2012 steht." (es)

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