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Das Stadtheater bietet ein buntes Programm von Oper bis Comedy.

Interview mit Karin Krömer

Lokales auf der Bühne

Die Leiterin des Rüsselsheimer Theaters, Karin Krömer, spricht über Neues und Bewährtes der Saison 2010/2011.

Frau Krömer, die Theatersaison beginnt am Samstag, 18. September, mit einer heimischen Produktion, dem von Rüsselsheimer Gymnasiasten und der Jungen Philharmonie Rüsselsheim präsentierten Kindermusical Honk!. Ist das Zufall oder ein Zeichen, dass sich das Stadttheater 2010/2011 noch stärker heimischen Künstlern öffnet?

Das Theater ist in den vergangenen Jahren immer wieder Spielort für aktuelle Produktionen heimischer Künstler gewesen. Das Junge Ensemble, die Theatergruppe ?schon geseh’n, das Theaterhaus sechzig90 und die Rüsselsheimer Vereine sind gern gesehene Gäste in unserem Haus. Die Förderung von Künstlern, Vereinen und Initiativen spielt für uns eine besondere Rolle. Diese Schwerpunktsetzung ist auch im Kulturprofil der Stadt festgeschrieben. Wir glauben, dass hier noch große Potenziale schlummern, die es zu heben gilt. Beispielhaft möchte ich die Produktionen im Rahmen der Jazzfabrik mit der IKS Big Band, den IKS Swing Kids, den Swingles, das Projekt KANTvokal und nun auch das Musical Honk! nennen.

Sie hatten bei der Gestaltung des Programms den aus Rüsselsheim stammenden Dramaturgen Kai Schmidt als Berater zur Seite. Wie war die Zusammenarbeit?

Sehr fruchtbar. Kai Schmidt hat an der Konzeption des Spielplans 2010/11 maßgeblich Anteil. Insbesondere die Prüfung und Entwicklung von Kooperationen mit anderen Häusern, Ensembles und Künstlern stand im Vordergrund. Die Idee, einen Blick auf die aktuellen Produktionen angesehener Theater und Ensembles zu werfen und zu prüfen, ob aus Rüsselsheim stammende Schauspieler in neuen künstlerischen Zusammenhängen einzubinden sind, stammt von ihm.

Sind die früher an der Gestaltung der Abo-Ringe beteiligten Veranstalter Lilo Salten für Schauspiel und Rainer Zagovec für die Musik noch Partner des Eigenbetriebs Kultur?

Ja, Lilo Salten und Rainer Zagovec gestalten das Programm seit mehr als 25 Jahren mit. Beliebte Programmformate – wie das Silvesterangebot, die Italienische Nacht, das festliche Weihnachtskonzert oder das Neujahrkonzert – haben sich daraus entwickelt und erfreuen sich nach wie vor guter Nachfrage. Lilo Salten ergänzt beispielsweise mit dem Gastspiel von Gerhard Polt, der Johannes Passion, der Zauberflöte oder Christmas Moments spartenübergreifend den Spielplan. Rainer Zagovec bringt zum Beispiel das Festliche Weihnachtskonzert am 25. Dezember oder die Operngala am 2. Dezember ein. Erstmals ist das Neujahrskonzert am 6. Januar in den Konzertring eingebunden.

Wie lief generell bisher der Vorverkauf?

Die Rangliste der bestverkauften Veranstaltungen wird von Badesalz angeführt. Gut nachgefragt sind die Angebote im Kinder- und Jugendtheaterbereich; hier mussten wir für Ritter Rost eine Zusatzvorstellung einrichten. Fast ausverkauft sind die Vorstellungen von Ewig Jung mit Angelika Milster, Here Comes the Sun, Don Camillo und Peppone, Gerhard Polt und René Marik.

Auffällig am neuen Programm ist das umfangreiche Angebot im Bereich Kabarett-/Comedy und im Kinder- und Jugendtheater. Ist das einer verstärkten Nachfrage geschuldet?

Sowohl die Hinterbühne als auch das große Haus eignen sich in Bezug auf die Platzkapazität und Atmosphäre ideal für Angebote im Bereich Kabarett und Comedy. Dies hat sich bei den Künstlern und bei unseren Kunden herumgesprochen. Wir haben im letzten Jahr in den Cateringbereich im Hinterhaus investiert, um den Besuchern auch hier ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten und einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. Dies wird sehr gut angenommen. Die Angebote im Kinder- und Jugendbereich entsprechen im Umfang in etwa dem der Vorjahre und erfreuen sich nach wie vor guter Nachfrage. Im direkten Kontakt zu Schulen und Lehrern versuchen wir, die Zusammenarbeit zu intensivieren und Inhalte abzustimmen.

Welche Schwerpunkte und Neuerungen bietet das Programm noch?

Das Theater Rüsselsheim wird immer mehr als Produktions- und Aufführungsort für Nachwuchskünstler in der Region wahrgenommen. Wir freuen uns sehr, dass nach Rinaldo in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt im vergangenen Jahr nun die Premiere von Pierrot lumière am 22. September in Kooperation mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie Frankfurt bei uns zu Gast ist. Mit solchen Kooperationen gelingt es uns, unserer Angebotsspektrum zu erweitern und außergewöhnliche Projekte zu präsentieren. Erstmals haben wir gezielt Musiklehrer eingeladen, um mit ihnen über unser Konzertprogramm zu diskutieren und zu sehen, mit welchen Angeboten wir die Lehrer in ihrer Arbeit unterstützen und jungen Menschen den Zugang zu unseren Angeboten erleichtern können. Die Einführungsvorträge von Peter Kuhn im Konzertring wurden in der letzten Spielzeit vermehrt angenommen. Wir erweitern dieses Angebot auch für eine Reihe von Musiktheaterveranstaltungen. Unter dem Titel Paganini trifft Mackie Messer wird Albrecht Schmidt in die – teilweise auch modernen – Inszenierungen einführen.

Wenn Sie in der Saison 2010/11 nur fünfmal das Stadttheater besuchen dürften, was würden Sie sich anschauen beziehungsweise anhören?

An erster Stelle stehen das Konzert der German Jazz Masters am 23. September und die Inszenierung von Sinn des Jungen Ensembles vom 18. bis 20. Januar, gefolgt von Amphytrion am 24. Februar mit Gerd Zinck, dem Auftritt des Kabarettisten Hagen Rether am 16. April und dem Konzert der Deutschen Streicherphilharmonie am 21. Mai. ( hw)

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