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Kreative Ideen statt leerer Läden

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Die Fußgängerzone ist unbestritten das Herz der Bad Homburger Innenstadt. Um das zu stärken, beteiligt sich die Stadt am Programm „Zukunft Innenstadt“. priedemuth
Die Fußgängerzone ist unbestritten das Herz der Bad Homburger Innenstadt. Um das zu stärken, beteiligt sich die Stadt am Programm „Zukunft Innenstadt“. priedemuth © Priedemuth, Jens

Existenzgründer und Jungunternehmer sollen für eine buntere Innenstadt sorgen

BAD HOMBURG - Corona-Krise, Material-Krise, Ukraine-Krise und die damit verbundene Gas- und Energiekrise haben Spuren hinterlassen. Der Einzelhandel, aber auch kulturelle Vereine oder die Gastronomie haben angesichts der aktuellen Situation zu kämpfen, mussten finanziell kürzertreten oder gar ganz schließen. Die Innenstädte sind dadurch unweigerlich einem Strukturwandel unterworfen, der durch steigende Energiepreise und Inflation zusätzlich beschleunigt wird. Zunehmender Leerstand und eine drohende Verödung der Innenstädte sind die Folge.

Mit dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“, an dem Bad Homburg als eine von 110 Städten teilnimmt, soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Die Kurstadt geht mit insgesamt sechs Projekten an den Start, für die der Stadt die Höchstsumme von insgesamt 250 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung steht. Das entspricht 80 Prozent der Gesamtsumme, die insgesamt für Projekte aufgewendet werden kann. Mit zusätzlichen Eigenmitteln von 62 500 Euro stehen in Bad Homburg somit 312 500 Euro zur Verfügung.

Der niedrige Eigenanteil ist auch der Grund, warum man an diesem Programm teilnimmt, während die Kurstadt von dem Förderprogramm „Fokus Innenstadt“ des Bundes Abstand genommen hat. „Es war letztlich eine rein finanzielle Frage“, bestätigt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Beim Bundesprogramm handele es sich um Fördersummen von etwa 2 Millionen Euro. Damit wäre die Stadt bei 400 000 bis 500 000 Euro Eigenbeteiligung. „Das gibt derzeit unsere finanzielle als auch personelle Situation nicht her.“ Deswegen wolle man erst mal das Landesprogramm abarbeiten und nächstes Jahr schauen, ob es Sinn habe, sich für das Bundesprogramm zu bewerben.

Hinzu kommt: „Beim Bundesprogramm war eine längere Planungs- und Umsetzungsphase angesetzt“, so Citymanagerin Tatjana Baric. Angesichts der aktuellen Finanzlage von Stadt und Dienstleistern standen aber schnell umsetzbare Maßnahmen im Fokus, „Uns war es wichtig, Maßnahmen ins Leben zu rufen, die direkt erlebbar sind und zeitnah umgesetzt werden können.“

Als Auftakt für das Landesprogramm hat die Stadt „Pop-up! Bad Homburg“ ins Leben gerufen. Dahinter verbirgt sich ein Förderprogramm, das Existenzgründern, Start-ups und Jungunternehmern eine Plattform bieten soll, mit der diese sich in der Innenstadt präsentieren können. Nicht nur Handel, auch Dienstleistungen oder Ideen aus der Kultur- oder Kreativszene sind vorstellbar. „Mit Start-ups und neuen Ideen sollen bestehende Leerstände gefüllt werden. Kunst, Kultur, Dienstleistungen und auch Wohnen würden ein immer stärkeres Thema für Innenstädte werden“, bestätigt auch Baric. Der Fokus liege auf Jungunternehmen, die mit ihren Ideen neue Akzente in die Innenstadt bringen und neue Zielgruppen ansprechen sollen. Aber ziehen junge aufstrebende Unternehmer nicht das größere und „angesagtere“ Frankfurt der Kurstadt vor? „Es ist ja auch immer eine Frage des Produktes“, so Hetjes. Ein junges Start-up könne genauso Produkte entwickeln, die für eine ältere Zielgruppe interessant sind. „Es müssen ja nicht immer Handys sein“, meint er.

Um Anreize zu setzen, will die Stadt Existenzgründer finanziell unterstützen. So zahlt die Stadt im Rahmen des Förderprogramms für ein halbes Jahr 50 Prozent der Warmmiete und stellt darüber hinaus städtische Mittel und Infrastruktur zur Verfügung, um auf sozialen Plattformen und durch Öffentlichkeitsarbeit neue Unternehmen aktiv zu bewerben. Auch mögliche Standorte habe man bereits ausgemacht. „Im ersten Schritt haben wir Immobilieneigentümer kontaktiert, sind durch die Straßen gegangen und haben Leerstände ausfindig gemacht“, so Baric. Im zweiten Schritt möchte man nun über Newsletter Jungunternehmer ansprechen, damit diese das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen können. Ziel sei, den Leerstand nicht nur für sechs Monate zu füllen, sondern eine langfristige und nachhaltige Niederlassung kreativer Unternehmen. Innerhalb der sechs Monate wolle man Jungunternehmen finanziell und wirtschaftlich auf die Beine helfen. Weitere, noch nicht ausgearbeitete Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr folgen.

Wer sich informieren oder bewerben will, wendet sich per E-Mail an tatjana. baric@bad-homburg.de oder besucht den städtischen Internetauftritt www.bad-homburg.de/ popup.

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