Justiz

Kranke Frauen zum Suizid gedrängt?

Vor dem Landgericht Limburg hat der Prozess gegen einen 61-Jährigen begonnen, der psychisch labile Frauen zum Suizid gedrängt oder dies versucht haben soll. 

Die Verhandlung gegen einen 61-Jährigen, der psychisch labile Frauen zum Suizid gedrängt oder dies versucht haben soll, wurde am Dienstag bereits nach Verlesung der Anklage unterbrochen, weil das Gericht über einen Antrag der Verteidigung zur Aussetzung des Prozesses entscheiden muss. Die Verteidigung kritisierte, dass ein psychiatrisches Gutachten erst spät in Auftrag gegeben worden sei und noch nicht vorliege.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine späteren Opfer gezielt in Online-Selbsthilfeforen gesucht zu haben. Der Deutsche soll dann drei Frauen manipuliert haben, damit diese sich selbst töten oder einwilligen, dies ihm zu überlassen. Motiv war der Anklage zufolge die Befriedigung seiner „sexuell motivierten Tötungsfantasien“. Bei zwei Fällen aus den Jahren 2012 und 2015 kam es nicht zum Tod der Frauen. Dagegen starb im Jahr 2016 eine Frau aus Bremen, die der Angeklagte vor ihrem Suizid stundenlang per Chat bedrängt haben soll.

Der Mann stammt aus dem Bezirk der Limburger Staatsanwaltschaft, die jetzt für den Fall zuständig ist. Wegen eines ähnlichen Vorwurfs war der Angeklagte bereits 2017 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

In dem Prozess geht es unter anderem um Mord sowie versuchten Mord, die der Angeklagte in sogenannter mittelbarer Täterschaft begangen haben soll. Vor dem nächsten Verhandlungstag am Donnerstag wollte das Gericht mitteilen, ob der Prozess fortgesetzt wird. (dpa)

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