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Schüler in einer Mensa.

Schulen

Kostenloses Mittagessen für hessische Schüler gefordert

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Linke und SPD wollen ein Angebot für alle Schülerinnen und Schüler an Ganztagsschulen. Dabei geht es um mehrere hundert Millionen Euro.

Eltern zahlen teilweise mehr als 100 Euro im Monat für das Mittagessen ihrer Kinder in den Schulen. Damit soll nach Auffassung der Linken im Landtag Schluss sein.

Sie beantragen, dass das Essen kostenfrei ausgegeben wird. Zudem sollen Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern bei der Gestaltung des Speiseplans mitreden dürfen.

Das sagte die Linken-Bildungspolitikerin Elisabeth Kula am Dienstag in Wiesbaden, wo sie einen entsprechenden Gesetzentwurf vorstellte. Die SPD stimmte zu. „Ein gemeinsames Mittagessen an Ganztagsschulen gehört in vielen europäischen Ländern zum Alltag“, sagte der SPD-Schulpolitiker Christoph Degen.

Von 2025 an will der Bund eine ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter garantieren. Über die Kosten wird derzeit zwischen Bund und Ländern verhandelt.

Dabei wurden nach Angaben von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) „erste Berechnungsmodelle zu einem kostenfreien Mittagessen angestellt“. Dabei seien die Kosten für ein Mittagessen mit sechs Euro veranschlagt worden. 2025 würde es danach 311,7 Millionen Euro kosten, die Schülerinnen und Schüler zu verköstigen – wenn 90 Prozent teilnähmen.

Die Linke geht sogar von 350 Millionen Euro aus, die das Land pro Jahr investieren müsste, um die Kosten für Schülerinnen und Schüler an Ganztagsschulen zu übernehmen. Aus Sicht der Linken wäre das eine Übergangslösung. Die Partei fordert auf Bundesebene, dass der Bund die Kosten für die Verpflegung in Schulen und Kitas tragen soll.

Weniger Schulmilch

Bisher beteiligt er sich nur an den Kosten für das Mittagessen von Kindern aus Familien, die auf Sozialhilfeleistungen angewiesen sind. Bis zum vorigen Schuljahr mussten diese Kinder einen Euro pro Essen zahlen. Ab dem neuen Schuljahr übernimmt der Bund die vollen Kosten. Trotzdem schlägt die hessische Linke vor, dass das Land das Essen für alle Kinder bezahlt – damit die armen Familien keine Anträge beim Bund stellen müssen.

Derweil ist der Verzehr von Milch und Kakao an den Schulen zurückgegangen. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte im vergangenen Jahr beschlossen, an Hessens Schulen keinen gesüßten Kakao mehr über das Schulmilchprogramm der Europäischen Union (EU) anzubieten. Sie hatte damit auf Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch an dem hohen Zuckergehalt im Kakao reagiert. Schon ein Jahr zuvor war die Förderung von Milchmischgetränken aus demselben Grund ausgelaufen.

Nun erkundigte sich die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell nach den Konsequenzen. Umwelt-Staatssekretärin Beatrix Tappeser (Grüne) antwortete, dass seit dem Beschluss keine größere hessische Molkerei mehr Milch an die Schulen liefere. Die einzige Molkerei, die sich vorher am EU-Schulmilchprogramm beteiligt habe, sei nach dem Kakaobeschluss ausgestiegen.

Schon ein Jahr zuvor war der Absatz der geförderten Getränke von rund 175 000 Liter Fruchtmilch einschließlich Kakao auf 46 000 Liter Kakao zurückgegangen. Gleichzeitig sank die Menge der Schulmilch von 615 000 Litern auf 570 000 Liter. Es bestünden an den Schulen „teilweise Vorbehalte gegen den Verzehr von Milcherzeugnissen“, teilte Tappeser mit.

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