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Teurer Busverkehr. (Symbolfoto)

Offenbach

Offenbach: Kosten für Busverkehr explodieren

Die Politik in Offenbach streitet über zu hohe Ausgaben im Nahverkehr.

In der Offenbacher Stadtpolitik ist ein Streit über aus dem Ruder gelaufene Kosten im Nahverkehr entbrannt. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Stadtwerketochter Main Mobil Offenbach (MMO) im laufenden Jahr fast zwei Millionen Euro höhere Kosten für den Busverkehr hat. Als Konsequenz solle der Geschäftsführerin Anja Georgi künftig ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt werden.

Die Sozialdemokraten sprachen daraufhin gestern von „eklatanten Kalkulationsfehlern“. Ein Planungsfehler von rund zwei Millionen Euro sei für eine Stadt, in der die Bürger mit einer Grundsteuererhöhung gerade „massiv belastet“ worden seien, völlig inakzeptabel“, so der Fraktionsvorsitzende Martin Wilhelm. Es sei unverständlich, wie so eine große Differenz auftreten könne, obwohl die Anzahl der neuen Busse und des benötigten Personals bekannt sein müssten.

Bei den genannten knapp zwei Millionen Euro handele es sich um eine Hochrechnung auf das gesamte Jahr 2019, konkretisierte die zuständige Dezernentin Sabine Groß (Grüne) gestern. Die nun bekannt gewordenen Kosten wären auch bei früherer Kenntnis in vergleichbarer Höhe entstanden, teilte sie mit. Sie sagte, die Mehrkosten hätten früher erkannt werden müssen und kündigte Konsequenzen und Kosteneinsparungen an.

„Die Ausweitung des Angebotes an Busverkehren in der wachsenden Stadt Offenbach hat einen höheren Preis als ursprünglich berechnet“, so Groß. So habe Personal aus dem Ausland über ein Leiharbeitsunternehmen angeworben werden müssen, da der Bedarf an Busfahrern nicht vor Ort gedeckt werden könne. Es habe sich zudem herausgestellt, dass der Personalbedarf bedeutend höher ausfällt, als ursprünglich angenommen, weil viele Leiharbeiter frühzeitig abbrechen. Weiterhin sei durch die Nutzung eines zweiten Betriebshofes in der Daimlerstraße zusätzliches Personal benötigt worden.

Als Reaktion soll nun laut Groß ein Frühwarnsystem für Kostenüberschreitungen installiert werden und die Berichtszeiträume an die zuständigen Gremien sollen verkürzt werden. Weiterhin soll das Controlling mehr Zugriffsrechte auf interne Daten bekommen. (cir)

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