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Die „Godmother of Punk“ ist just 75 geworden: Patti Smith, hier vor ein paar Jahren im Frankfurter Mousonturm.
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Die „Godmother of Punk“ ist just 75 geworden: Patti Smith, hier vor ein paar Jahren im Frankfurter Mousonturm.

Rhein-Main

Konzerte contra Corona

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Von Alice Cooper bis Zucchero, von Pop bis Metal: Nach zwei Jahren Pause gastieren 2022 viele Bands und Musiker:innen in der Region – sofern das Virus nicht wieder dazwischenfunkt.

Vielleicht ist die Wahrnehmung etwas verzerrt, weil es seit nunmehr zwei Jahren keine großen Konzerte und Festivals gegeben hat. Vermutlich liegt es auch daran, dass wegen der Pandemie sämtliche Touren verschoben werden mussten, teils mehrfach. Jedenfalls ballt es sich heuer hörbar heftig, und zwar quer durch alle Genres der Pop- und Rockmusik. Etliche der ganz Großen beehren im Jahr 2022 die Rhein-Main-Region. Es jauchzen die Charts, es brodelt der Underground, manch Neues ist dabei – und viel Legendäres.

Legenden und Ikonen

Beginnen wir also mit den ergrauten Eminenzen des Rock. Deep Purple hätten auf ihrer „The Whoosh!“-Tour schon im Sommer 2020 den Mainzer Volkspark in Wallung bringen sollen. Nun wird dort zwei Jahre später „Smoke on the Water“ durchs Gesträuch schallen, am 19. Juli. Die Zeit habe ihre Spuren hinterlassen, gestand Ian Gillan einst im Gespräch mit der FR. „Child in Time“ mache seine Stimme nicht mehr zuverlässig mit. Doch weil Altes auch seinen Reiz hat, hat die Band die diversen Lockdowns genutzt, um ein Album mit Coversongs aufzunehmen.

Wenige Tage darauf, am 24. Juli, präsentiert Sting unter dem Tourtitel „My Songs“ ebendiese ebenfalls im Volkspark in Mainz – ein Jahr später als geplant. Etwas wilder geht es erfahrungsgemäß bei den Schminkmasken-Hardrockern von Kiss zu, die auf ihrer „End of the Road“-Tour am 24. Juni in der Frankfurter Festhalle Station machen. Dezenteres Bühnen-Make-up trägt hingegen US-Schockrocker Alice Cooper , der am 22. Juni die Jahrhunderthalle Frankfurt aufwühlt. Von Iggy Pop darf man am 26. Juni in der Alten Oper Frankfurt wie gewohnt eine Show erwarten, die auch und gerade Jüngere lehrt, warum Punk keine Frage des Alters ist – oder eben doch.

Virtuos in Würde und Brillanz gealtert ist die „Godmother of Punk“, die just Ende Dezember ihren 75. Geburtstag gefeiert hat: Patti Smith gastiert mit ihrer Band am 12. Juni in der Jahrhunderthalle. Dorthin kommen auch The Hollies (8. Juli), Kansas (28. Oktober) und Status Quo (8. Dezember). Ten Years After spielen am 10. August im Aschaffenburger Colos-Saal, Uriah Heep am 18. September im Hanauer Amphitheater.

Elton John wollte bereits 2020 auf seine Abschiedstour „Farewell Yellow Brick Road“ gehen. Nun lockt er am 27. Mai in das Frankfurter Waldstadion. Es gäbe durchaus noch mehr Bands und Musiker:innen, die unter der Rubrik hier rangieren könnten, doch irgendwie muss diese Fülle ja sortiert werden.

Auf Deutsch und mit Idiom

Ihm zum Beispiel gebührte quasi eine eigene Kategorie: Udo Lindenberg , zu erleben auf „Udopium“ am 31. Mai in der Festhalle Frankfurt, singt auf Deutsch und rockt, bis der Eierlikör schäumt. Analoges ließe sich auf Italienisch wohl über Zucchero sagen, der am 27. Mai auf der Festhallenbühne steht. Um beim deutschsprachigen Rock und Pop zu bleiben: Hier wird 2022 viel aufgefahren – sofern Corona es zulässt. So haben Johannes Oerding und Tim Bendzko ihre Auftritte Anfang Februar in Frankfurt bereits abgesagt.

Er aber kommt nach bisherigem Stand: Peter Maffay musste seine Tournee zum 50. Bühnenjubiläum zweimal verschieben, aktueller Termin ist der 25. Februar in der Festhalle. Der österreichische Weltmusiker Hubert von Goisern rät nach dreimal aufgeschobenem Konzert, das nun am 23. Oktober in der Jahrhunderthalle sein soll, „frohsinnig und elastisch“ zu bleiben und „geistigen Abstand“ zu halten zu Artgenossen, „die Verschwörungserzählungen anhängen“. Ebenfalls in der Halle an der Pfaffenwiese gastieren Max Giesinger (11. April) und Clueso (30. September).

Im Amphitheater Hanau tritt am 6. August Gregor Meyle auf, Liedermacher-Urgestein Konstantin Wecker folgt am 26. August und Laith Al-Deen am 9. September. Wolfgang Niedecken musste die Tour zu seinem 70. Geburtstag um ein Jahr verrücken, BAP rocken nun am 3. November die Jahrhunderthalle auf Kölsch. Die Rodgau Monotones haben vorerst drei Gigs in petto: Am 25. Februar spielen sie im Musiktheater Rex in Bensheim und am 23. April in Groß-Umstadt. Am 3. Juni verschlägt es sie knapp jenseits von Hessen nach Aschaffenburg ins Colos-Saal.

Rebellisch, düster, anders

In der Punk-Wave-Grunge-Alternative-Independent-Sparte – man möge diese Bündelung verzeihen – wird an Kult allerhand kredenzt in den nächsten zwölf Monaten. Die Ikonen des Wave zum Beispiel fluten gegen Jahresende am 17. November die Festhalle: The Cure haben ihre Europatour für Herbst 2022 angesetzt, gar von einem neuen Album wird gemunkelt. Im Frühjahr, am 20. April, machen die Sisters of Mercy nach viermal verlegtem Termin die Frankfurter Batschkapp zum „Temple of Love“, die Post-Punk- und Gothic-Avantgardisten von Dead Can Dance füllen gleich an zwei Tagen, am 26. und 27. April, die Jahrhunderthalle mit ätherischen Klängen.

Im Punk geht es ähnlich tonangebend zur Sache: Die Dead Kennedys kommen ein Jahr verspätet am 17. August nach Darmstadt in die Centralstation – ohne Ex-Frontmann Jello Biafra zwar, aber provokant und zynisch, wie es der American Dream nicht anders verdient hat. Eine weitere Institution des US-Punkrock sind Bad Religion , die zwei Konzerte am 30. Mai und am 1. Juni im Wiesbadener Schlachthof spielen.

Wie Nirvana kommen sie aus Seattle und machten in den 90ern den Grunge groß: Pearl Jam sind still „Alive“ und zeigen das am 28. Juni in der Festhalle. Fury in the Slaughterhouse aus Hannover wurden 2017 wiederbelebt, brachten 2021 das Album „Now“ heraus und gastieren am 10. Juni in der Wiesbadener Brita-Arena. Schon im Sommer 2019 veröffentlichten die englischen Independent-Soldaten von New Model Army ihr 15. Album „From Here“ – dann schlug Corona zu. 2022 ziehen sie wieder durch Europa und besingen am 18. November in der Centralstation den „51st State of America“.

Auch den Experimentalisten der Einstürzenden Neubauten (10. Juni, Schlachthof) und dem Elektropopduo 2Raumwohnung (14. Mai, Zoom, Frankfurt) gebührten weitere Worte, ebenso wie Skunk Anansie (3. April, Schlachthof), Placebo (1. Oktober, Festhalle) und natürlich den Black Crowes (7. Oktober, Jahrhunderthalle). Doch das Jahr wartet schließlich noch mit Härte und Monströsem auf.

Hart und schwermetallisch

Wie Eddie wohl die Pandemie bisher überstanden hat? Jedenfalls geht er statt 2021 nun 2022 auf „Legacy Of The Beast“-Welttournee, zusammen mit Iron Maiden , die Heavy Metal wie wenige andere Bands geprägt haben. Am 26. Juli suchen die eisernen Jungfrauen und ihr Zombie-Maskottchen das Frankfurter Waldstadion heim. Nicht minder legendär sind Judas Priest , die sich nach mehr als 50 Jahren Karriere aufmachen zur großen Jubiläumstour – was eigentlich schon 2020 passieren sollte. Jetzt dürfen Fans sich für den 7. Juli in der Jahrhunderthalle wappnen.

Laut „Metal Hammer“ gehört die 1981 in New York gegründete Band Anthrax zu den „Big Four“ des Thrash Metal – womit ein weiterer Koloss des Schwermetalls in diesem Jahr in Frankfurt grollt, und zwar am 15. Oktober in der Batschkapp. Als Speerspitze des deutschen Thrash Metal hat sich die 1982 in Frankfurt aus dem biergefüllten Taufbecken gehobene Gruppe Tankard bewährt, die am 30. Dezember ein Heimspiel in der Batschkapp liefert.

Dass Schweden nicht nur Abba kann, dürfte nicht erst seit Thundermother bekannt sein. Die vier Ladies, die als die legitimen Enkelinnen von AC/DC gefeiert werden, haben nach der ersten Corona-Welle 2020 ihr Album „Heat Wave“ herausgebracht. Wenn das Virus ihnen nicht doch noch in die Quere kommt, bringen sie am 15. Februar das Colos-Saal zum Beben.

Die international wohl bekannteste deutsche Band ist dank „Wind of Change“ auf ewig mit dem Mauerfall verquickt. Nach dem Release des neuen Albums „Rock Believer“ gehen die Scorpions im Sommer auf große Tour, die am 12. Juni auch nach Frankfurt in die Jahrhunderthalle führt.

Protagonisten der 80er

Mit „Take on me“ und dem revolutionären Musikvideo dazu haben A-ha 1985 Maßstäbe gesetzt. Das Poptrio aus Norwegen wollte im Herbst 2020 in die Festhalle kommen, zweimal wurde der Termin verschoben, aktuell steht der 9. Mai auf dem Plan. Die britischen Pet Shop Boys haben es als Duo geschafft, die 80er Jahre aufzuwirbeln. Unter dem Titel „Dreamworld“ beschallen sie am 19. Juni die Jahrhunderthalle. Dort ist am 3. März auch Chris Norman zu Gast, der eine besondere Beziehung zu Deutschland hat, seit er den von Dieter Bohlen geschriebenen Song „Midnight Lady“ 1986 zu einem Schimanski-Tatort schmachtete.

Die Simple Minds spielen am 12. März in der Stadthalle Offenbach, die Hooters halten auf ihrer Tour drei Mal in Hessen, respektive im angrenzenden Bayern: am 28. Juni in Bensheim, am 15. Juli in Marburg und am 27. Juli in Aschaffenburg. Wer die Genesis-Epigonen von Marillion erleben will, muss sich am 11. November aufmachen zur Jahrhunderthalle.

Superstars und neue Sterne

Ed Sheeran schickt sich vom 23. bis 25. September an, das Waldstadion gleich dreimal zu füllen - was ihm gelingen wird, denn alle Konzerte sind praktisch ausverkauft. Selbiges gilt auch für Coldplay , für deren Auftritte am 2. und 3. Juli sowie für das Zusatzkonzert am 5. Juli nur noch aberwitzig teure Luxustickets zu haben sind. Dann vielleicht lieber zu James Blunt , dem ein Konzert am 30. März in der Festhalle genügt.

Ansonsten sind es vor allem weibliche Stars, die 2022 durchs Hessenlande ziehen, angefangen mit der schottischen Singer-Songwriterin Amy Macdonald . Noch müssen die Fans angesichts der Corona-Lage jedoch zittern, ob sie ihr Konzert am 1. März in der Jahrhunderthalle tatsächlich geben kann. Ihre US-Kollegin Billie Eilish , die kurz vor der Pandemie noch sämtliche Grammys abräumte, tritt am 19. Juni in der Festhalle auf, die Jahrhunderthalle beehren die inzwischen erwachsene deutsche Girlgroup No Angels (5. Oktober), Popdiva Anastacia (8. Oktober), die französische Chanteuse Zaz (31. Oktober) und Blues- und Rockröhre Beth Hart (20. November).

Der Name täuscht: Greta Van Fleet ist keine Frau, sondern eine Rockband junger Amerikaner, die frappierend nach Led Zeppelin klingen – was sie am 15. Juni in der Jahrhunderthalle zeigen. Dort spielen auch Bluesgitarrist Joe Bonamassa (29. April), Sam Fender (9. Mai), Jamie Cullum (11. Juni) und Jack White (15. Juli). Adam Green kommt am 21. Mai in die Batschkapp. Und es gibt 2022 noch mehr. Hoffentlich.

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