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Die Frankfurter Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber hofft auf eine bessere Zusammenarbeit mit dem Land Hessen. (Archivbild)

Integration in Hessen

Konzept für Integration in Hessen  gesucht

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Frankfurt und Hessen wollen bei der Integration eng kooperieren. Die Integrationsdezernentin Weber beklagt mangelhafte Zusammenarbeit in der Vergangenheit.

Die Stadt Frankfurt beklagt, dass das Land Hessen in den vergangenen Jahren über ihren Kopf hinweg Integrationspolitik gemacht habe. Nun hofft Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) auf Besserung nach dem Regierungswechsel in Wiesbaden.

Dort hat der Grünen-Politiker Kai Klose den bisherigen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) abgelöst. Allerdings war Klose schon seit Oktober 2017 als Grüttners Staatssekretär für Integrationspolitik zuständig.

Weber sagte der Frankfurter Rundschau, sie habe Klose in einem persönlichen Brief Themen genannt und eine strategische Beratung und Zusammenarbeit angeboten. „Es geht darum, dass Projekte, die das Land in Frankfurt umsetzt, mit der Stadt abgestimmt sein sollten.“ Dezernentin Weber regte einen „regelhaften Austausch mit den Kommunen“ an, um Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen. „Ich kann nur für Frankfurt sprechen, aber daran hat es in der vergangenen Legislaturperiode leider gefehlt“, sagte sie.

Das Sozialministerium zeigt sich bereit zur engen Zusammenarbeit mit Frankfurt und anderen Kommunen. Es wies allerdings Webers Auffassung zurück, dass es daran bisher gemangelt habe. Im Gegenteil teilte Kloses Ministerium der FR auf Anfrage mit: „Wir begrüßen das Angebot der Stadt Frankfurt zur Fortsetzung des regelmäßigen Austauschs zwischen Stadt und Land, insbesondere vor dem Hintergrund der bereits bisher erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten.“

Neue Wege beim Thema Spracherwerb

Es geht bei dem Meinungsaustausch nicht zuletzt um die Frage, wie Integrationspolitik inhaltlich ausgestaltet wird – zum Beispiel, wie Migranten am besten Deutsch lernen. Hessen hat im Jahr 2016 landesweit ein Programm aufgelegt, das den Namen „MitSprache – Deutsch4U“ trägt und anfangs mit 1,5 Millionen Euro gefördert wurde. Es umfasst auch Kinderbetreuung, so dass Eltern mit kleinen Kindern daran teilnehmen können.

Das Programm sei „so gestaltet, dass nun nahezu alle Menschen mit Sprachförderbedarf Zugang zu niedrigschwelligen Sprachförderangeboten haben“, freut sich das Sozialministerium. Die Mittel dafür habe man auf 2,7 Millionen Euro erhöht.

Die Frankfurterin Weber wünscht sich aber, dass beim Thema Spracherwerb neue Wege eingeschlagen werden. Das Deutschlernen müsse in den Alltag der Menschen integriert werden, etwa in ihren beruflichen Bereich, sagt sie.

Die Landesregierung hatte bereits zu Zeiten des Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) das Programm „WIR“ aufgelegt, mit dem Kommunen bei der Integration unterstützt werden, etwa durch die Finanzierung von Stellen. Seit dem Antritt der schwarz-grünen Regierung 2014 sei das Volumen von drei auf mehr als zehn Millionen Euro erhöht worden, schreibt das Sozialministerium und bezeichnet es als „zentrales Instrument der Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen“. Es gebe dabei eine „enge fachliche Begleitung“ der Arbeit in den Kommunen durch das Ministerium.

Anders als kleinere Gemeinden wünscht sich die Stadt Frankfurt allerdings weniger eine „fachliche Begleitung“ durch das Land, sondern mehr Mittel. „Gerade in der Sprachförderung und im Präventionsbereich brauchen wir einen verstärkten finanziellen und strukturellen Einsatz des Landes“, betont Weber. Dabei sei es wichtig, nicht nur Modellprojekte zu betreiben, sondern gute Ideen auf Dauer umzusetzen.

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