Rechtsextreme

Konspiratives Neonazi-Konzert in Hungen

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Neonazis organisieren einen „Balladenabend“ mit der extrem rechten Hooliganband „Kategorie C“.

Im Hungener Ortsteil Villingen (Landkreis Gießen) haben sich am Samstagabend rund 50 Neonazis aus mehreren Bundesländern zu einem klandestin organisierten Konzert versammelt. In der Szene war für einen „Balladenabend“ mit der extrem rechten Hooliganband „Kategorie C“ und dem Neonazi Philip T. alias „Reichstrunkenbold“ im Raum Frankfurt geworben worden.

Über einen Schleusungspunkt an der A45 nahe Münzenberg wurden die Konzertbesucher am Nachmittag zunächst nach Wölfersheim-Wohnbach (Wetteraukreis) gelotst. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessens sagte, sollte das Konzert eigentlich dort im Gasthaus „Zur Linde“ als Geburtstagsfest getarnt stattfinden. Der Wirt habe aber nach einem Gespräch mit der Polizei den mündlichen Vertrag mit dem Veranstalter aufgelöst. Danach weiterhin anreisenden Fans seien Platzverweise erteilt worden.

Die Neonazis verlegten den Auftritt des Kategorie-C-Sängers und eines Gitarristen daraufhin in einen privaten Kleingarten am Ortsrand von Hungen-Villingen. Bereits 2014 fand dort ein rechter „Liederabend“ statt. Die Polizei riegelte die Kleingartenanlage ab und kontrollierte die Konzertbesucher. Der Auftritt von Philip T. fiel wohl aus.

Vorab habe man intern mit einer hohen zweistelligen Personenzahl gerechnet, aber schließlich nur 50 Personen am Ausweichort gezählt, hieß es. Straftaten seien keine festgestellt worden.

Kategorie C ist in der Szene eine Größe. Zuletzt war die Band im März 2018 in Hessen aufgetreten.

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