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Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main massiv getroffen.
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Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main massiv getroffen.

Corona-Krise

Konjunktur in Region bricht ein

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Corona-Krise beendet das jahrelange Wirtschaftswachstum im Rhein-Main-Gebiet. Die Wirtschaftskammern rechnen aber schon für kommendes Jahr mit der Wende.

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main massiv getroffen und das seit vielen Jahren anhaltende Wachstum jäh beendet. Die Wirtschaftkammern gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in dem Gebiet, das von Mainz bis Aschaffenburg, von Gießen bis Darmstadt reicht, im laufenden Jahr 6,2 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen wird. Für das kommende Jahr rechnen sie auf Basis einer Befragung, in die Antworten von mehr als 3000 Unternehmen in der Region einflossen, mit einem Wachstum von 2,8 Prozent.

Die Wirtschaftskraft wird demnach aber auch 2021 noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht haben. Und mehr als ein Viertel der befragten Betriebe geht davon aus, dass die Geschäfte im kommenden Jahr noch schlechter laufen als 2020. Besonders pessimistisch blickt das Gastgewerbe in die Zukunft, am optimistischsten sind die Finanzdienstleister,

Auch auf dem Arbeitsmarkt in der Metropolregion hat die Corona-Krise zu einer Trendwende geführt. Für das laufende Jahr rechnen die neun Industrie- und Handelskammern und die vier Handwerkskammern in der Region zwar noch mit einem weiteren Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen. Nach Prognose der die Untersuchung erstellenden Initiative „Perform“ dürfte sie zum Jahresende bei mehr als 2,48 Millionen liegen – und den höchsten Wert aller Zeiten erreichen. Für das kommende Jahr prognostiziert die Initiative allerdings einen Rückgang um gut 12 400 Stellen.

Allein die Industrie, die unter anderem unter Exportschwierigkeiten leidet, wird nach dieser Schätzung Ende kommenden Jahres 9500 Menschen weniger beschäftigten als im laufenden Jahr, mehr als 14 000 weniger als noch Ende des Jahres 2019. Für Baugewerbe und Handel rechnen die Kammern dagegen trotz Krise mit einem anhaltenden Beschäftigungsaufbau, für die riesige Dienstleistungsbranche nur für das kommende Jahr mit einem leichten Minus.

Tatsächlich könnte die Beschäftigtenzahl in der Region allerdings noch deutlich stärker sinken als von den Wirtschaftskammern prognostiziert. Selbstständige und geringfügig Beschäftigte tauchen in den genannten Zahlen nicht auf. Sie seien von der Krise aber, wie es auf Nachfrage hieß, überproportional betroffen.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, Ulrich Caspar, der die Zahlen am Montag in Frankfurt vorstellte, gab sich trotz des massiven Konjunktureinbruchs eher optimistisch. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet blieben trotz der Corona-Pandemie eine Wachstumsregion, zeigte er sich sicher. Zumal diese rasch enden könne.

Wie schnell sich die Wirtschaft erhole, hänge davon ab, wie schnell viele Menschen gegen das Virus geimpft werden könnten, sagte Caspar. Er persönlich rechne aber damit, dass sie schon im März oder April aus der Krise komme. Nachholeffekte in stark getroffenen Branchen vom Luftverkehr bis zu Messen könnten dann zu einem starken Wachstum in der Metropolregion führen.

Caspar rechnet denn auch damit, dass die Probleme aus der Zeit vor Ausbruch der Krise für die Unternehmen in der Region wieder in den Vordergrund rücken. „Der Fachkräftemangel und das fehlende Bauland werden auch nach Corona die größten Herausforderungen bleiben“, sagte der IHK-Präsident vor Journalisten. Schon jetzt fehlten 166 000 Fachkräfte in der Region. Um das Rhein-Main-Gebiet für diese attraktiv zu halten, sei es notwendig, in großem Umfang neuen Wohnraum in Nähe der Arbeitsplätze zu schaffen.

Flächen für neue Wohnungen, Industrie- und Gewerbegebiete gebe es in der Region genug, sagte Caspar – und forderte einmal mehr die Bebauung von Ackerland.

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