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Kommentar: Planlose Impfaktion

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Mit einer Sonderimpfaktion will die Kassenärztliche Vereinigung Hessen den Sommerurlaub retten. Doch die Vorschläge lassen jeden medizinischen Sachverstand vermissen.

Was ist das Ziel des Impfens? Der Schutz der Bevölkerung vor dem Virus. Doch jetzt kommen plötzlich andere Ziele ins Spiel: Wer durchgeimpft ist, darf womöglich bald Freiheiten genießen. Allen voran Urlaub machen. Neben Fußball oder Baumarkt eines der wichtigsten Hobbys der Deutschen.

Es droht eine Zwei-Klassen-Urlaubsgesellschaft. Weil dies sozialen Sprengstoff in sich birgt, kommt ein findiger Bundesgesundheitsminister auf die Idee, die Abstände zwischen den beiden Astrazeneca-Impfungen einfach zu verkürzen. Das senkt zwar zugleich die Wirksamkeit. Aber er ist ja kein Mediziner, sondern Politiker. Da müssen auch andere Dinge bedacht werden. Und das passt nun mal prima ins politische Kalkül. Zumal Jens Spahn (CDU) damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Die Jungen fühlen sich nicht mehr diskriminiert. Und der Impfstoff mit dem ramponierten Image könnte doch noch vom Ladenhüterdasein gerettet werden.

Politisch also verständlich, wenn auch nicht zu begrüßen. Doch was die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen geritten hat, sich als Urlaubsretterin der Republik aufzuspielen, ist nicht nachvollziehbar. Es stimmt, dass geimpft allemal besser ist als ungeimpft. Und wahr ist auch, dass Astrazeneca schwer absetzbar ist. Doch mit diesem Ausverkauf ist nicht nur das Image des Vakzins völlig zerstört. Das Paket mit digitalem Impfpass lässt jeden medizinischen Sachverstand vermissen. Die herabgesenkte Wirksamkeit ist dem Vorstand noch nicht einmal eine Nebensatz wert.

Letztendlich bringt diese Aktion noch mehr Durcheinander in eine Impfkampagne, bei der ohnehin kaum mehr jemand durchblickt. Während in Frankfurt über 60-Jährige noch warten, sind manche 30-Jährigen schon komplett immunisiert. Da passt es ins Schema, dass die Intervalle jetzt auch nach frei nach Gusto und Zielgruppe festgelegt werden. Eine klare Strategie oder gar ein durchdachter Plan? Fehlanzeige. Was für ein Durcheinander.

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