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Kommentar

Keine Pflichtübung

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Je länger die NS-Verbrechen zurückliegen, desto wichtiger wird die Erinnerung daran. Der Besuch der Gedenkstätten ist dafür unabdingbar - doch eine Pflichtübung darf es nicht werden. Ein Kommentar.

Wer die sechzehn steinernen Stufen in den Keller der Tötungsanstalt Hadamar hinuntergestiegen ist, dorthin, wo die Nationalsozialist:innen Menschen in einem winzigen gekachelten Raum zusammengepfercht und vergast haben, wer die Schleifbahnen gesehen hat, auf denen die Leichen zu den beiden Krematoriumsöfen hinübergezogen und im Akkord verbrannt wurden – wer ahnt, mit welcher Verachtung hier Leben vernichtet wurde, der hat mehr gelernt, als in vielen Stunden Unterricht möglich gewesen wäre.

Der Besuch von Gedenkstätten wie der in Hadamar bei Limburg oder dem Konzentrationslager Buchenwald, Dachau oder im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen ist ein wichtiger Teil der Auseinandersetzung mit den Verbrechen nationalsozialistischer Herrschaft oder auch der SED-Diktatur. Je länger diese Verbrechen zurückliegen, desto wichtiger wird die Erinnerung daran.

Desto wichtiger wird aber auch die pädagogische Vorbereitung auf einen solchen Besuch. Nicht jeder Lehrer, jede Lehrerin wird das ohne weiteres leisten können. Nicht in jeder Klasse, in jeder Schule ist es mit ein paar Unterrichtsstunden getan. Es ist gut, die Lehrkräfte und die Schulen zu ermuntern, die Auseinandersetzung nicht zu scheuen. Aber es ist auch gut, den Besuch nicht zur Pflicht zu machen. Diese Entscheidung muss den Lehrkräften überlassen bleiben. Sonst wird es zur Pflichtübung.

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