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Gut gebrüllt

Wählen, ohne zu gehen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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In Hessen beginnen die Kommunalwahlen bereits am Montag. Per Postkutsche. Die Kolumne aus dem hessischen Landtag.

In den nächsten Wochen gibt es für Hessinnen und Hessen vertrackte Quizfragen zu lösen. Wer könnte hinter dem Slogan „Wir alle. Für Frankfurt“ stecken? Wer wirbt mit „Mehr Frankfurt wagen“? Welche Partei muss ich ankreuzen, wenn ich „Was wirklich zählt“ am stärksten finde? Und wer hat sich ausgedacht, dass jeder Spruch mit „Macht was“ beginnt?

Das sind echt schwierige Fragen vor den hessischen Kommunalwahlen, und sie stellen sich auch den Bewohnerinnen und Bewohnern anderer Orte. In Wommelshausen heißt es natürlich „Mehr Wommelshausen wagen“, in Eiterfeld „Wir alle. Für Eiterfeld“. Es sei denn, es hängt jemand „Wir alle. Für Wommelshausen“ in Eiterfeld auf. Oder gar „Mehr Eiterfeld wagen“ in Wommelshausen. Das könnte für Verwirrung sorgen. Nur „Was wirklich zählt“ und „Macht was“ sind überall gleich. Wobei hinter „Macht was“ immerhin noch ein „für Land und Leute“ steht.

Die Slogans sind so inhaltsleer, als wollten alle Parteien entweder nichts oder dasselbe. Aber vielleicht gelingt es ja den örtlichen Wahlkämpfern, den landesweiten Slogans etwas Aussagekräftigeres hinzuzufügen.

Schließlich gibt es in manchen Fragen gravierende Unterschiede. In Corona-Zeiten haben die Politikerinnen und Politiker es allerdings schwer, sie deutlich zu machen. Die üblichen Infostände fallen weg, und nicht alle Wählerinnen und Wähler sind online ansprechbar. Früher, als man zum Wählen noch in Wahllokale ging, hätte man gesagt: Die hessischen Kommunalwahlen finden am 14. März statt. Heute lautet die wichtigere Aussage: Die Kommunalwahlen beginnen an diesem Montag, am 1. Februar.

Dann nämlich beginnt die Briefwahl, und die Verantwortlichen bitten die Menschen händeringend darum, ihre Stimme in Corona-Zeiten per Post abzugeben. Dadurch sollen Warteschlangen und unnötige Begegnungen in den Wahllokalen vermieden werden. Zumal die Stimmzettel zumindest in den Großstädten riesig ausfallen, weil nicht nur Parteien, sondern alle Kandidatinnen und Kandidaten aufgeführt werden. Da dauert das Wählen seine Zeit, was die Schwierigkeiten in den Wahllokalen weiter verstärken würde. Zu Hause ist genug Zeit dafür. Daher schließen wir uns dem Aufruf an: Setzen Sie sich in Ruhe daheim hin, füllen Ihren Wahlzettel aus und senden ihn per Post ein. Früher hieß es: „Wählen gehen!“ Heute müsste es heißen: „Wählen, ohne zu gehen!“

Es ist kurios, dass die gute alte Post bei diesen Wahlen so eine entscheidende Rolle spielt und Stimmzettel aus Papier in Briefumschlägen zum Amt bringt. Als kehrten die Zeiten der Thurn und Taxis mit ihren Pferden und Postkutschen zurück. Wo sonst alles auf digital umgestellt ist, von der Schule bis zur Politik.

Wie bemerkte der hessische CDU-Vorsitzende Volker Bouffier so richtig, als es bei der digitalen Pressekonferenz zum Kommunalwahlkampf seiner Partei technisch hakte: „Das ist der Spruch dieser Zeit: ,Sie müssen Ihr Mikro anmachen! Sie müssen Ihr Mikro ausmachen! Bin ich zu hören? Wir hören Sie gut!‘“

Ausgerechnet in diesen durch und durch digitalen Zeiten wird die analoge Post für die Kommunalwahl bedeutend. Aber gleich ob digital oder analog, egal ob Briefwahl oder Wahllokal: Wir müssen uns entscheiden. Wir alle. Für Frankfurt (Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Wommelshausen, Eiterfeld). Denn was wirklich zählt, ist: Macht was! Darauf können wir uns sicher einigen, oder?

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