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Die Helen-Keller-Schule im Dietzenbacher Stadtteil wurde abgerissen.
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Die Helen-Keller-Schule im Dietzenbacher Stadtteil wurde abgerissen.

Dietzenbach

Kollision der Schularten

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Ein CDU-Antrag, auf dem Gelände einer Förderschule eine Grundschule zu bauen, sorgt in Dietzenbach für Wirbel.

Der Förderverein der Helen-Keller-Schule in Dietzenbach läuft Sturm gegen einen Antrag der CDU-Fraktion, den Förderschülerinnen und -schülern ihr Schulgelände einschließlich der Turnhalle zu entziehen. Stattdessen solle sich der Magistrat beim Kreis Offenbach als Schulträger doch dafür einsetzen, dass dort eine Grundschule errichtet wird, meinten die Christdemokraten. Sie hatten Anfang Mai einen entsprechenden Antrag für die heutige Stadtverordnetenversammlung formuliert. Mittlerweile haben sie ihren Vorschlag aber abgeändert, lassen den Förderschülern „den Vortritt“.

Im Oktober 2018 waren Setzrisse im Mauerwerk der Helen-Keller-Schule an der Etruskerstraße im Stadtteil Steinberg festgestellt worden. Die 120 Förderschüler:innen wurden deshalb vorübergehend in einem leer stehenden Bürogebäude an der Voltastraße, mitten im Industriegebiet, untergebracht. Das Gebäude der Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt Lernen war nicht mehr reparabel und wurde abgerissen.

Mit ihrem Ursprungsantrag wollte die CDU die behelfsmäßige Bleibe der Förderschüler im Industriegebiet zementieren, ärgert sich der Förderverein der Helen-Keller-Schule. Das sei ein Versuch, die Schwächsten in der Gesellschaft weiter und auf Dauer an den Rand zu drängen. „Schüler, die sowieso schon ausgegrenzt sind, würden noch weiter ausgegrenzt werden“, sagt Ulrike Alex, die Vorsitzende des Fördervereins.

Die Förderschule würde zusätzlich ihre Turnhalle verlieren, die nicht nur Sportstätte, sondern auch Treffpunkt und Ort des gemeinsamen Mittagessens war. Die Turnhalle fiel dem Abrissbagger nicht zum Opfer. Die Förderschüler:innen wurden bis zum Lockdown mit einem Bus von ihrem Ausweichquartier dorthin kutschiert, um Sport treiben zu können.

Sehnsüchtig würden alle auf den Tag warten, bis sie wieder eine „richtige Schule“ beziehen können – mit Differenzierungsräumen für den Förderunterricht und „Klassenzimmern wie ein Wohnzimmer“, so Alex. In einer Stellungnahme erklärte der Förderverein, man wolle nicht gegen künftige Grundschülerinnen und Grundschüler ausgespielt werden.

CDU-Fraktionschef Manuel Salomon spricht von einem „Missverständnis“, der Helen-Keller-Schule solle „nichts weggenommen werden“. Man habe den Ursprungsantrag für den Bau der Grundschule deshalb konkretisiert und modifiziert, er gelte jetzt nur für den Fall, dass die Förderschule nicht mehr an ihren ursprünglichen Standort zurückkehre, sagt er. Intention des Antrags sei es, eine „bestmögliche Nutzung des Geländes“ zu erwirken. Der Stadtteil Steinberg wachse und brauche eine Grundschule. Man könne „nicht so lange warten, bis der Schulentwicklungsplan fortgeschrieben ist“.

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