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Kohlgraf legt Hochschulämter nieder

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Der designierter Bischof wartet auf seine Dienstwohnung, und Karl Lehmann muss nicht umziehen

Der designierte Mainzer Bischof Peter Kohlgraf unterrichtet schon am Tag nach seiner Ernennung keine Studenten mehr. „Er wird seine Lehrtätigkeit jetzt nicht mehr wahrnehmen“, sagte eine Sprecherin der Katholischen Hochschule Mainz am Mittwoch. Dies gelte auch für die Arbeit als Dekan des Fachbereichs Praktische Theologie. Kohlgraf war von Papst Franziskus zum Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann ernannt worden.

„Für ihn gibt es jetzt anderweitig einiges zu sondieren“, sagte die Sprecherin über die anstehende Weihe und den Umzug aus dem rheinhessischen Partenheim in eine neue Wohnung am Dom. Die Hochschule habe erst kurzfristig von der Ernennung erfahren und überlege derzeit, wie sie die Lücken füllen könne. Ein Hochschulprofessor erteilt 18 Semesterwochenstunden.

Die Bischofsweihe könnte möglicherweise erst nach den Sommerferien sein. Bistumssprecher Tobias Blum bekräftigte, dass der Weihetermin noch nicht feststehe. Laut Kirchenrecht müsse Kohlgraf binnen drei Monaten geweiht werden. Es wäre aber laut Blum nicht ungewöhnlich, wenn diese Frist mit einer Erlaubnis der Apostolischen Nuntiatur in Berlin überzogen würde. Auch im Falle des Vorgängers Karl Lehmann lagen 1983 mehr als drei Monate zwischen Ernennung und Bischofsweihe.

Unklar ist somit auch noch, wann Kohlgraf seine neue Wohnung in einem Gebäude bezieht, dessen Dachstuhl 2015 gebrannt hat. „Mit dem Abbrennen, das sollte nicht zur Gewohnheit werden“, hatte Kohlgraf am Dienstag lachend gesagt. Die Renovierung ist laut Blum immer noch nicht abgeschlossen. Der 80-jährige Lehmann kann derweil im Bischofshaus wohnen bleiben. Er war im 2016 nach 33 Jahren aus dem Amt geschieden. dpa

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