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Zwischen Rechtsanwältin Ulrike Sochor und Azubi Nadine Werner aus Walldorf stimmt die Chemie.
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Zwischen Rechtsanwältin Ulrike Sochor und Azubi Nadine Werner aus Walldorf stimmt die Chemie.

Interview mit Zahnärztin Vietor

Körperkontakt mit dem Chef

Zahnärztin Elke Vietor schnuppert an Auszubildenden und verlangt ein freundliches Gesicht. Im FR-Interview spricht sie über die Anforderungen an Auszubildende.

Schnuppern Sie an Ihren Auszubildenden, bevor Sie ihnen einen Vertrag geben?

Ja, tue ich. Das kann man tatsächlich wörtlich nehmen. Schließlich gibt es kaum Berufe wie den der zahnmedizinischen Fachangestellten, in denen ein junger Mensch quasi von morgens bis abends im Körperkontakt mit seinem Chef oder der Chefin ist. Da muss man sich riechen können.

Was außer einem erträglichen Körpergeruch muss ein Auszubildender noch mitbringen?

Er muss auf Menschen zugehen können, sie anschauen, freundlich bleiben, auch wenn man selbst einen schlechten Tag hat. Ich sage meinen Auszubildenden immer, ihr seid dazu verdammt, die schlechte Laune des Chefs zu ertragen und dabei noch ein freundliches Gesicht zu machen.

Die Nähe zum Chef gibt es in den Freien Berufen fast überall, ob nun beim Zahnarzt oder im Steuerberatungsbüro. Wie oft geht das schief zwischen Azubi und Arbeitgeber?

Wir haben eine Abbrecherquote von etwa zwölf Prozent. Das ist mehr als in den Berufen der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern. Aber wir bieten auch einen Vorteil: Die Ausbildung endet, wenn sie denn vorzeitig endet, fast immer schon in der Probezeit. Da kann man sich früh etwas Neues suchen. Und wenn es bei einem Chef schiefgegangen ist, kann es beim nächsten mit der Chemie ganz prima laufen.

Was muss jemand noch in die Ausbildung mitbringen?

Natürlich Deutsch in Wort und Schrift, das Rechnenkönnen, ein bisschen Psychologie.

Wofür die?

Wenn man mit einem Patienten allein im Behandlungszimmer ist, dann kann es schon sein, dass jemand sagt, dass er Angst hat. Da muss man jemanden beruhigen können, ihm erklären, was passiert, und auch mal die Hand auf die Schulter legen.

Können Sie alle verfügbaren Stellen mit Auszubildenden besetzen?

Das ist schwieriger geworden, weil es auch oft an der Vorbildung in den Schulen mangelt. Wir haben erstmals mehr freie Stellen als Bewerber.

Wer jetzt etwas sucht, hat also noch Chancen?

Auf jeden Fall.

Lohnt es sich auch für Hauptschüler, zum Infotag zu kommen?

Natürlich. Fast die Hälfte der Lehrstellen in den Freien Berufen werden mit Hauptschulabgängern besetzt.

Interview: Peter Hanack

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