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Radschnellweg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart.

Main-Kinzig / Wetterau

Klimaschonendes Pendeln im Rhein-Main-Gebiet

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Radschnellwege könnten im Rhein-Main-Gebiet bis Aschaffenburg entstehen. Zunächst sollen Machbarkeitsstudien erstellt werden.

Voraussichtlich wird es in zehn Jahren zwei weitere Radschnellwege im Rhein-Main-Gebiet geben. Die betroffenen Kommunen und die Länder Hessen und Bayern haben sich jetzt auf eine Machbarkeitsstudie für eine auto- und möglichst kreuzungsfreie Radlerschnellstrecke geeinigt. Eine konkrete Vorstellung zur Streckenführung besteht bereits für eine Verbindung in der Wetterau, von Bad Nauheim bis Frankfurt. Im Frühjahr haben die ADFC-Ortsgruppen Bad Vilbel / Karben und Frankfurt den Arbeitskreis „Radschnellweg Frankfurt-Wetterau“ gründet. Die Route soll entlang der zumeist eben verlaufenden Main-Weser-Bahn führen, die von zwei auf vier Gleise ausgebaut wird. Bei Gesprächen mit der Bahn-Tochter DB Netze gab es „sehr positive Rückmeldungen“, so der ADFC.

Deutschland steht bei Radschnellwegen im internationalen Vergleich nicht gut da. In den Niederlanden oder Belgien gibt es sie, auch in der Schweiz, Großbritannien und den USA.

Fünf bis 15 Prozent der Autofahrer steigen bei demAngebot um, so Studien. sun

Die Bahnlinie könnte auch zum künftigen Begleiter für Radler zwischen Aschaffenburg und Hanau werden - zumindest teilweise. Alle Main-Schleifen zwischen beiden Städten zu fahren, ist touristisch betrachtet reizvoll, für den Pendler aber eher lästig. Rund 17 Kilometer lang soll die Verbindung mit je einer Spur für beide Richtungen werden, um flottes Fahren zu ermöglichen. Die Schnellstrecke wird nicht in Hanau enden, sondern über Maintal in das 26 Kilometer entfernte Frankfurt führen. Die Machbarkeitsstudie will der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main im Spätsommer vorstellen.

Für die Strecke Hanau-Aschaffenburg soll 2020 eine Studie in Auftrag gehen. „Die Initiative für die Absichtserklärung zur Aschaffenburger Schnellverbindung ging von Hanau aus“, notiert Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock (FDP). Mit dem Radschnellweg würden Städte und Gemeinden angebunden, in denen 200 000 Menschen lebten. Die Gutachtenkosten von bis zu 150 000 Euro wollen sich Hessen und Bayern sowie die beteiligten Kommunen teilen. Der Landkreis Aschaffenburg habe schon einen Beschluss gefasst, das Land Hessen eine mündliche Zusage gegeben, so Morlock. Den Radschnellweg durch die Wetterau hat der ADFC Bad Vilbel / Karben auf die Tagesordnung der Politik gesetzt. Keine Alternative für Pendler, die mit Rad zur Arbeit oder S-Bahn fahren, bilde das Programm „Kurze Wetterau“ des Kreises. Dabei gehe es um die Zustandsverbesserung der Radwege.

Laut ADFC bietet der derzeitige Ausbau der Bahn ideale Voraussetzungen. Entlang der Strecke entstehen neue Revisionsstraßen, Planung und Ausführung könnte die Bahn-Tochter DB-Netze übernehmen und die Kosten würden geringer ausfallen. Der ADFC rechnet mit 25 bis 30 Millionen Euro für die 28 Kilometer. Im Herbst wird der ADFC sein Konzept vorstellen. Danach seien die Anliegerkommunen am Zug, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, heißt es.

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