Justiz

Fataler Sturz auf einen Felsen in Schotten

Gutachter sagt im Kletterpark-Prozess aus. Ein Mädchen war 2015 gestürzt und nach mehreren Wochen gestorben.

Im Prozess um den tödlichen Sturz von einem Sprungturm geht ein Gutachter davon aus, dass die verunglückte Zwölfjährige mit dem Kopf auf einen Felsen aufgeschlagen ist. Ihre schweren Verletzungen seien die Folge eines Aufpralls auf harten Untergrund, sagte der Rechtsmediziner am Donnerstag vor dem Landgericht Gießen. „Da kommt dieser Felsbrocken in Betracht.“

Eine Landung auf dem Grasboden hätte demnach zu anderen als den festgestellten Kopfverletzungen geführt. Selbst wenn das Kind dort aufgekommen wäre, sei ein tödlicher Ausgang möglich und ähnlich wahrscheinlich gewesen. Allerdings sei der Verlauf derartiger Verletzungen nicht vorhersehbar.

Das Mädchen war im August 2015 von dem in einem Kletterpark in Schotten (Vogelsbergkreis) aufgebauten Turm gestürzt und nach mehreren Wochen im Koma gestorben.

Die Parkbetreiber stehen seit Anfang der Woche wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht, weil Sicherheitsvorkehrungen missachtet worden sein sollen. Die beiden 42- und 44-Jährigen hatten ausgesagt, auf die Erfahrung der für den Aufbau der Anlage und insbesondere des Sprungkissens engagierten und spezialisierten Firma vertraut zu haben.

Turm an ungeeigneter Stelle?

Die Zwölfjährige hatte schwere Kopf- und Hirnverletzungen sowie einen Oberschenkelbruch erlitten. Mit einem Rettungshubschrauber wurde sie in eine Klinik geflogen. Dort wurde das Mädchen operiert. Sonst wäre es sofort gestorben, berichtete ein Arzt als Zeuge vor dem Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Betreibern des Kletterparks unter anderem vor, dass der Sprungturm – ein sogenannter „Freefall-Tower“ – wegen des steinigen Untergrunds an einer ungeeigneten Stelle aufgebaut worden sei. Die Zwölfjährige hatte sich demnach im letzten Moment vor ihrem Sprung aus mehreren Metern Höhe aus Panik am Geländer festhalten wollen und war dann seitlich gefallen.

Für das Gericht sind noch viele Fragen offen, auch weil aus Sicht des Vorsitzenden Richters die Situation am Unfallort nicht ausreichend dokumentiert worden ist. „Wir stochern ein bisschen im Nebel“, sagte er. Der Prozess wird fortgesetzt. (dpa)

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