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„Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber für die zusätzlichen Stellen bei der hessischen Polizei zu gewinnen“, wurde der Innenminister zitiert.

Personalmangel

Kleinere und Ältere dürfen in Hessen zur Polizei

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Hessens Innenminister Beuth senkt die Mindestgröße von 1,60 auf 1,55 Meter. Er trifft auch neue Regelungen zum Höchstalter und zur Sehfähigkeit. Das Personal wird dringend gesucht.

Hessen akzeptiert ältere und kleinere Bewerberinnen und Bewerber für die Polizei. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) lockert die Voraussetzungen. Das gab das Ministerium am Montag bekannt.

Wer sich für die Ausbildung interessiert, hat danach auch mit 36 Jahren eine Chance – bisher lag die Grenze bei 32 Jahren. Auch an der Mindestgröße sollen weniger potenzielle Interessenten scheitern; sie wird von 1,60 auf 1,55 Meter herabgesetzt.

Eine mangelhafte Sehstärke soll ebenfalls kein Ausschlussgrund mehr sein. „Eine notwendige Verbesserung der Sehstärke kann nach einem erfolgreich absolvierten Eignungsauswahlverfahren durch eine Augenlaseroperation erfolgen“, teilte das Ministerium mit.

„Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber für die zusätzlichen Stellen bei der hessischen Polizei zu gewinnen“, wurde der Innenminister zitiert. Schon vorher hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass die jungen Leute, die mit dem nächsten Ausbildungsjahrgang im September beginnen, einen Zuschlag von 150 Euro monatlich bekommen. Derzeit erhalten sie 1345 Euro im Monat als Ausbildungsvergütung.

Wie schwierig die Situation ist, hatte sich spätestens im Februar gezeigt. Damals nahmen nur rund 330 Polizeianwärterinnen und -anwärter ihre Ausbildung auf. 500 hätten es sein sollen, doch es gab nicht genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber. Aus Sicht der SPD gesteht Beuth mit seinen Schritten ein, mit seinen bisherigen Bemühungen um die Personalgewinnung für die hessische Polizei „krachend gescheitert“ zu sein. Innenpolitiker Günter Rudolph beklagte zudem, Beuth eröffne mit der Zulage von 150 Euro „neue Konkurrenz unter den Bundesländern“.

„Offensichtlich weiß sich Minister Beuth nicht mehr anders zu helfen, als den anderen Ländern die Polizeianwärter wegzukaufen“, stellte der Sozialdemokrat fest. Solidarität zwischen den Bundesländern sehe anders aus.

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