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Am 9. August erklingen Bachs Brandenburgische Konzerte in Kloster Eberbach
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Am 9. August erklingen Bachs Brandenburgische Konzerte in Kloster Eberbach

Veranstaltungstipp

Klassik 2018 in Frankfurt und Rhein-Main

  • VonStefan Schickhaus
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"Aus einem Totenhaus", eine Oper, die in einem sibirischen Gefangenenlager spielt, Bahms Liedzyklus "Die schöne Magelone": Das neue Jahr verspricht in Frankfurt und Rhein-Main klassische An- und Aufreger.

Mitsuko Uchida spielt Schubert

Sie ist die wienerischste aller japanischen Pianistinnen: Mitsuko Uchida, in diesem Jahr wird sie 70 Jahre alt. Und sie ist einfach die herausragende Interpretin für die Musik Franz Schuberts, des wienerischsten aller Komponisten. In der Alten Oper spielt die in Wien aufgewachsene Uchida drei Schubert-Sonaten, beklemmend schön-morbide Werke, die unter den Fingern der Pianistin in aller Stille und Hoffnungslosigkeit um sich selbst kreisen. Uchidas Schubert, das wird der Seelen-Termin des Jahres 2018.

(11.3., 20 Uhr, Mitsuko Uchida spielt die Sonaten D 958, D 664 und D 894, Alte Oper Frankfurt, Karten-Tel.: 069/13 40 400)

Beethovens Neunte

Die aufregendsten neuen CD-Zyklen der Beethoven-Sinfonien stammen von den zahlenmäßig kleinsten Orchestern: Kammerphilharmonie Bremen unter Järvi, Kammerorchester Basel unter Antonini, Anima Eterna Brugge unter Jos van Immerseel. Warum ist das so, wurde der Dirigent Jos van Immerseel im FR-Interview gefragt. „Es ist einfach deutlich geworden, dass die Balance so viel besser greift. Man muss als Dirigent nichts mehr dazutun, es stimmt alles sofort und kommt von selbst. Man sieht, dass immer mehr Menschen über solche Fragen nachdenken und nicht einfach kopieren, was unsere Urgroßväter gemacht haben. Man singt doch die ‚Winterreise‘ auch nicht mit 20 Sängern!“ Ausgerechnet die als monumental geltende neunte Sinfonie stellt der flämische Dirigent jetzt in Frankfurt vor, in der wohl kleinstmöglichen Besetzung auch in Sachen Chorgröße. Der 2018er-Termin für alle mit wahrer Größe.

(25.5., 20 Uhr, Collegium Vocale Gent, Anima Eterna Brugge, Jos van Immerseel, Alte Oper Frankfurt, Karten-Tel.: 069/13 40 400)

Aus einem Totenhaus

Unter den Frankfurter Opernpremieren des neuen Jahres – also unter denen, die bereits im Spielplan zu finden sind – ragt eine heraus aufgrund ihrer Andersartigkeit: Leo? Janáceks „Aus einem Totenhaus“ ist so trocken und hart, so wenig entgegenkommend und so gar nicht zärtlich wie der Ort, an dem sie spielt: Ein sibirisches Gefangenenlager. Scharf sind die Reibungen, manisch wiederholt werden die musikalischen Motive, ungeschminkt ist die Sprache. Knapp zwei Stunden dauert diese 1928 vollendete Oper nur, doch danach fühlt sich das Leben außerhalb des Opernhaus viel heimeliger an. Diese Produktion dürfte den Preis „hart, aber unfair“ des Jahres bekommen.

(1.4., 18 Uhr, Premiere, Aus einem Totenhaus, Oper Frankfurt, Karten-Tel.: 069/13 40 400)

Die schöne Magelone

Keine zwei Wochen später: Das Gegenprogramm. Linde Lieder, zutiefst romantisch, dezent dramatisch, das ist der Liedzyklus „Die schöne Magelone“ von Johannes Brahms. Zwischen die Romanzen platziert sind Texte von Ludwig Tieck, die aber derart schwülstig sind, dass man sie so gar nicht mehr hören möchte. Der Bariton Christian Gerhaher, der unbestritten intelligenteste Liedsänger unserer Tage, hat von Martin Walser eine Neufassung dieser Texte bekommen, der Schauspieler Ulrich Tukur wird sie lesen. Ein musikalisch-literarischer Termin der Sonderklasse, zwei Köpfe für die Romantik, die damit nicht nur auf Herz und Bauch abzielt.

(13.4., 20 Uhr, Christian Gerhaher, Bariton, Gerhold Huber, Klavier, Ulrich Tukur, Vorleser, Alte Oper Frankfurt, Karten-Tel.: 069/13 40 400)

Teodor Currentzis

Der Dirigent der Stunde heißt Teodor Currentzis. Die Alte Oper hat dem spleenig-genialischen Griechen in der laufenden Saison eine Fokus-Reihe spendiert, ein letztes Konzert steht noch aus. Auf dem Programm: Ausschnitte aus Opern von Jean-Philippe Rameau, dem Meister der barocken Affektdarstellung – bei dem Affekt-Extremist Currentzis natürlich in seinem Element ist. Da braust und donnert es, da säuselt und perlt es, die Farben sind bis zur Überspannung aufgespreizt von deftig bis pastos. Als Currentzis und sein russisches Orchester Music Aeterna das Programm unlängst in Luzern gaben, spazierte der Dirigent selbst mit einer Trommel durch die Orchesterreihen. Ja, er ist eben mächtig anders, dieser Teodor Currentzis. Ein Termin jedenfalls für alle, die es unkonventionell und effektvoll mögen.

(15.5., 20 Uhr: Fokus Teodor Currentzis, Alte Oper Frankfurt, Karten-Tel.: 069/13 40 400)

The Brandenburg Projekt

Das Rheingau-Musik-Festival hat sein Programm für den Sommer 2018 noch nicht preisgegeben, doch zwei Konzerte seien hier bereits verraten: Das „Brandenburg-Projekt“ wird fortgesetzt, eine clevere Programmidee, bei der Bachs berühmte Brandenburgische Konzerte mit zeitgenössischen Werken gespiegelt werden, die auf genau diese barocken Orchesterkonzerte Bezug nehmen. Da mischen dann so unterschiedliche Komponisten und Performer wie der herbe Australier Brett Dean (Fokus-Künstler des diesjährigen RMF), der genialische Kunst-Jazzer Uri Caine oder Olga Neuwirth mit, die laut Wikipedia „als Enfant terrible der klassischen Musikszene Österreichs“ gilt. Da prallen Welten aufeinander und können voneinander profitieren. Der klassische Integrationstermin des Jahres 2018.

(Bachs Brandenburgische Konzerte: 8.8. 20 Uhr: Konzerte Nr. 5 & 6, Kurhaus Wiesbaden; 9.8., 20 Uhr, Konzerte Nr. 3 & 4, Kloster Eberbach, Basilika, Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard (Dirigent), Karten- und Infotelefon des RMF: 0 67 23/60 21 70)

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