Ein Schüler mit einem Tablet.
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Politik

Klarheit fürs neue Schuljahr in Hessen verlangt

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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SPD und Linke in Hessen wenden sich gegen eine „Last-Minute-Politik“ an den Schulen. Sie präsentieren Ideen, wie benachteiligten Schülern beim Fernunterricht geholfen werden kann.

Nach den Sommerferien soll Unterricht wieder „möglichst nah an der schulischen Normalität“ liegen. Das fordern SPD und Linke, die dazu im Landtag einen umfangreichen Antrag vorgelegt haben.

Die beiden Oppositionsparteien verlangen „klare Perspektiven“, damit sich Lehrkräfte ebenso wie Eltern und Schülerinnen und Schüler darauf einstellen können. „Eine Last-Minute-Politik wie bisher darf es nicht geben“, heißt es in dem Antrag.

Er wurde am Dienstagabend im Landtag mit den Stimmen von CDU, Grünen und AfD abgelehnt. Einige Punkte in dem Antrag seien „sehr spannend“, urteilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Nötig sei aber eine „ausführlichere Beschäftigung“.

Lorz stimmte ausdrücklich dem Satz zu, dass Lernen miteinander nicht durch Digitalisierung ersetzt werden könne. Gleichzeitig wollen sowohl die Regierung als auch die Oppositionsparteien die Weichen in Richtung Digitalisierung stellen.

„Mittelfristig muss jede Schule ein E-Learning-System als zweites Standbein entwickeln“, forderten SPD und Linke. So müssten zum neuen Schuljahr „alle Lehrkräfte ein digitales Endgerät erhalten“, damit sie nicht darauf angewiesen seien, auf private Tablets zurückzugreifen. Im neuen Schuljahr müssten die Regeln für Fernunterricht für alle Beteiligten klar sein, forderte SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen.

FDP lehnt Pilotschulen ab

Die Opposition trug auch Ideen vor, wie benachteiligte Schülerinnen und Schüler den Rückstand der vergangenen Monaten aufholen können. Die freiwilligen Sommercamps, die Lorz vorbereitet, reichten nicht, sagte die Linken-Abgeordnete Elisabeth Kula. Sie und Degen plädierten für organisierte „Lernpatenschaften“. Dabei sollten ältere Schülerinnen und Schüler oder Studierende diejenigen Kinder begleiten, die Schwierigkeiten mit dem Fernunterricht haben.

Auch ein Antrag der FDP wurde von Schwarz-Grün abgelehnt. Sie forderte eine „Fortbildungsoffensive in den Sommerferien für das digitale Lernen“ und die Ausstattung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten. FDP-Bildungspolitiker Moritz Promny wandte sich gegen den Vorschlag der Grünen, zehn Schulen zu Modellen der Digitalisierung zu machen: „Digitalisierung ist nicht mehr neu, sie muss auch nicht an Pilotschulen ausprobiert werden.“

Beschlossen wurden hingegen die von CDU und Grünen eingebrachten Änderungen am Schulgesetz. Dazu zählt der Verzicht auf zwangsweise Versetzungen.

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