Das Treffen: Jörg Meuthen (li.) mit Hans Joachim Mendig (re.).

Kommentar

Klares Signal für die Kultur

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Hans Joachim Mendig hat nichts klargestellt. Damit hat er das Misstrauen von Filmschaffenden geschürt, das ohnehin schwelte. Ein Kommentar.

Es ist nicht verboten, dass der oberste Filmförderer des Landes Hessen den Bundesvorsitzenden der rechten AfD trifft. Es kann sogar geboten sein, dem engstirnigen nationalistischen Kulturbegriff einer solchen Partei im direkten Gespräch energisch entgegenzutreten.

So aber scheint es nicht gewesen zu sein, als Hans Joachim Mendig mit AfD-Chef Jörg Meuthen zusammentraf. Jedenfalls hat Mendig in keiner Weise dem Eindruck einer Nähe zur AfD in der Kulturpolitik widersprochen.

Eine Klarstellung allerdings muss man vom Filmförderer erwarten können, wenn er sich in eine solche Situation begibt und damit öffentliches Aufsehen erregt. Es darf keine Kulturförderung im Sinne der AfD geben und ein solcher Eindruck muss sofort ausgeräumt werden.

Mendig aber hat nichts klargestellt. Damit hat er das Misstrauen von Filmschaffenden geschürt, das ohnehin schwelte. Es ist ein klares Zeichen des Aufsichtsrats und ihrer Vorsitzenden, der Kulturministerin Angela Dorn (Grüne), dass sie die Zusammenarbeit mit dem Manager beendet haben.

Es hätte aber gar nicht so weit kommen müssen. Hans Joachim Mendig wäre nie Chef der hessischen Filmförderung geworden, wenn der damalige Kunstminister Boris Rhein (CDU) schon vor vier Jahren auf die Bedenken der Filmschaffenden gehört hätte. Nun hat der Kulturmanager das schon damals gut gefüllte Fass zum Überlaufen gebracht.

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