+
Blick in eine Grundschule. (Symbolbild)

Schulen

Klage auf Kurdisch-Unterricht an Schulen in Hessen scheitert

Eine Grundschülerin will den kurdischen Dialekt Kurmanci an ihrer Schule lernen. Doch sie scheitert vor dem Wiesbadener Verwaltungsgericht.

Die Klage einer hessischen Grundschülerin auf Unterricht in dem kurdischen Dialekt Kurmanci ist vor dem Wiesbadener Verwaltungsgericht gescheitert. Die Grundschülerin hatte sich bei der Klage gegen das Kultusministerium auf das Gleichheitsgebot berufen: Die Schulen hätten einen Bildungsauftrag zu erfüllen, zu dem auch die Vermittlung von Herkunftssprachen gehöre. Das Gericht wies die Klage mit in der am Freitag mitgeteilten Begründung ab, dass es im Ermessen der Schulverwaltung liege, das Bildungsangebot im Rahmen begrenzter Ressourcen zu organisieren. (Az.: 6 K 1560/18.WI).

Die Klägerin, deren Eltern deutsche Staatsangehörige mit kurdischen Wurzeln sind, hatte laut Gericht angeführt, dass an hessischen Schulen auch Türkisch, Arabisch, Polnisch, Serbisch sowie weitere Sprachen vornehmlich aus sogenannten Gastarbeiterländern unterrichtet werden. Weil den Kurden ein eigener Staat vorenthalten werde, würden sie nicht als eigenständiges Volk mit eigener Sprache wahrgenommen. Die hessischen Schulen hätten jedoch einen Bildungsauftrag zu erfüllen, zu dem auch die Vermittlung von Herkunftssprachen gehöre.

Der herkunftssprachliche Unterricht werde an den Grundschulen in den ersten beiden Jahrgangsstufen derzeit in ein bis zwei Wochenstunden erteilt, erklärte das Gericht. Nach einer Änderung des Schulgesetzes sei dieser Unterricht aber ein Auslaufmodell und werde mit dem Ausscheiden von Lehrkräften nach und nach von der staatlichen Verantwortung in die Verantwortung der Herkunftsländer überführt. Eine Ungleichbehandlung mit Kindern aus sogenannten Gastarbeiterländern sei dementsprechend nicht erkennbar, weil das Land Hessen gerade keine neuen Lehrkräfte in diesen Bereichen einstelle. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare