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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Schlussgottesdienst.
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Schlussgottesdienst.

Kirchentag

Kirchentag in Frankfurt endet mit leibhaftigem Gottesdienst

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Zum Abschluss des virtuellen ökumenischen Kirchentags treffen sich wirkliche Menschen an der Weseler Werft. Einer davon ist Bundespräsident Steinmeier.

Hoher Besuch an der Weseler Werft in Frankfurt. Die gepanzerte Limousine mit dem Nummernschild „0 – 1“ verrät: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist da. Wer beim Abschlussgottesdienst des 3. Ökumenischen Kirchentags genau hinschaut, erkennt es auch an den Sicherheitsvorkehrungen. Auf dem Main hat ein Boot der Wasserschutzpolizei Position bezogen, auf einem Häuserdach in der Oskar-von-Miller-Straße hält ein Polizist in voller Montur nach verdächtigen Objekten Ausschau. Die Menschen in den Wohnungen darunter haben auch alles bestens im Blick und machen Handyvideos. Wann kann man schon mal den Bundespräsidenten vom eigenen Balkon aus bestaunen?

In seiner Rede vor Beginn des Gottesdienstes weist Steinmeier noch mal auf die Problematik eines Kirchentags in Zeiten der Pandemie hin. „Wir hätten das gerne als großes Fest gefeiert am Ende dieses Alptraums.“ Der Bundespräsident sagte, die sozialen Folgen der Pandemie würden „nicht einfach so verschwinden nach der letzten Impfung“. Zum Abschluss seiner Rede bat Steinmeier daher: „Schauen wir auch nach Corona genau hin“, und nahm damit das Motto des diesjährigen Kirchentags auf.

Ein Kirchentag, der Frankfurt als Gastgeberstadt hatte, ohne sonderlich viele Gäste empfangen zu können. Der Abschlussgottesdienst mit 400 geladenen Gästen sollte daher einen wohltuenden Kontrapunkt zu den distanzierten Veranstaltungen im Internet bilden.

Doch gut die Hälfte der aufgestellten Stühle an der Weseler Werft bleibt leer. Ob wegen des regnerischen Wetters am Sonntagmorgen oder der strengen Hygieneschutzauflagen bleibt offen. Auch unmittelbar vor dem Gottesdienst gibt es noch einmal die Mahnung, lautes Mitsingen oder gar das Abnehmen der Masken seien nicht erlaubt.

Pünktlich zum Gottesdienst kommt dann auch die Sonne raus. Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg (evangelisch) und Kirchentagspräsident Thomas Steinberg (katholisch) verdeutlichen im Gottesdienst, wie sehr die beiden großen christlichen Konfessionen sich schon als Einheit verstünden. Bei den ersten beiden Ökumenischen Kirchentagen habe man noch aufeinander geschaut, „jetzt schauen wir gemeinsam hinaus in die Welt“, so Limperg.

Dennoch durften die Geistlichen dann auch wieder Werbung in eigener Sache machen. Etwa für den 102. Katholikentag im kommenden Jahr in Stuttgart oder für den Evangelischen Kirchentag 2023 in Nürnberg. Dann, so hoffen beide Kirchen, wird es auch wieder große Feste mit vielen persönlichen Begegnungen geben.

Die gastgebenden Kirchen haben am Sonntag nicht ganz überraschend ein positives Fazit gezogen. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung befand: „Der Kirchentag hat die digitalen Chancen genutzt, kontroverse Themen angepackt und hat vor allem die Ökumene weiter gestärkt.“

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken, Marc Frings, sagt an der Weseler Werft, man müsse den überwiegend digitalen Kirchentag auch als Chance verstehen. „Es war noch nie so leicht gewesen, dabei zu sein“, so Frings. Seine evangelische Amtskollegin Julia Helmke prophezeit, auch auf zukünftigen Kirchentagen könne es mehr digitale Elemente als bisher geben. Das am Samstag online aufgeführte „Ovatarium eins“, ein quasi ökumenisches Musikstück, habe aber so großen Anklang gefunden, dass es vielleicht auch mal im Stadion aufgeführt werden könnte. Spontaner Applaus auf der Weseler Werft. Wann es den nächsten ökumenischen Kirchentag geben wird, steht noch nicht fest. „Wir hoffen, noch in diesem Jahrzehnt“, sagte Helmke.

EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung, Erzpriester Radu Constantin Miron und Bischof Georg Bätzing (v. l.) beim Abschlussgottesdienst.
Frank-Walter Steinmeier betont die Gemeinsamkeiten.
Mit Abstand und Maske beim Schlussgottesdienst des dritten Ökumenischen Kirchentags.

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