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Die Zeitung „Glaube und Leben“ wird eingestellt.

Kirchliche Zeitungen 

Kirche stellt Zeitungen ein

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Drei Bistumsblätter sollen Weihnachten 2023 das letzte Mal erscheinen. Damit geht ein Stück innerkirchlicher kritischer Journalismus verloren. 

Die katholische Kirche stellt drei ihrer Bistumszeitungen ein. Betroffen sind die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz. Die Blätter sollen am 21. Dezember 2023 das letzte Mal erscheinen. Verloren geht damit auch ein Stück innerkirchlicher kritischer Journalismus.

Der „Bonifatiusbote“ (Fulda), „Der Sonntag“ (Limburg) und „Glaube und Leben“ (Mainz) erreichen nach Mitteilung des Verlages zurzeit eine Gesamtauflage von 21 000 Exemplaren. Herausgegeben werden sie von der Gesellschaft für kirchliche Publizistik. Deren Gesellschafter sind die drei Bistümer sowie das Medienunternehmen VRM (ehemals Verlagsgruppe Rhein Main).

Hauptgrund für die Entscheidung, die Zeitungen einzustellen, sei der „immer höhere Zuschussbedarf“ gewesen, teilte der Mainzer Generalvikar Udo Markus Bentz mit. Zwar habe es viele Bemühungen gegeben, die Kirchenzeitungen attraktiv zu halten. Dennoch sei die Auflage kontinuierlich gesunken.

Die drei Zeitungen besitzen einen gemeinsamen überregionalen Mantelteil, der hauptsächlich von der Zentralredaktion in Mainz produziert wird. Außerdem gibt es Regionalredaktionen in Fulda und Limburg. Betroffen von der Schließung seien 22 Mitarbeitende, heißt es in der Pressemitteilung der Kirche. Für sie werde nach „sozialverträglichen kirchennahen Lösungen“ gesucht.

Nach Auskunft des Verlagsgeschäftsführers Carl Englisch werde versucht, für die überwiegend älteren Mitarbeiter Altersteilzeitlösungen zu finden. Die Mitarbeitervertretung habe signalisiert, dafür aufgeschlossen zu sein. Für andere Mitarbeiter könnten Anschlussbeschäftigungen in den Bistümern, etwa der Öffentlichkeitsarbeit, in Frage kommen, so Englisch. Allerdings seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

In den nächsten Jahren sollen laut Pressemitteilung neue Wege und Formate in der Kommunikation entwickelt werden. Digitale und Printmedien sollten weiter verzahnt werden.

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