Bistum Limburg

Kirche spricht mit Staatsanwaltschaften

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Bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch verspricht das Bistum Limburg eine enge Kooperation mit den Staatsanwaltschaften. Die Behörden erhalten Einblicke in Kirchenakten.

Im Zuge der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs sind am Donnerstag Vertreter der Generalstaatsanwaltschaften Frankfurt und Koblenz in Limburg zu Gast gewesen. Das Gespräch, an dem für das Bistum Generalvikar Wolfgang Rösch, beide Justiziare und der Personaldezernent teilnahmen, sei sehr konstruktiv, offen und zielführend gewesen, teilte Bistumssprecher Stephan Schnelle auf Anfrage mit. Konkrete Inhalte sollen am heutigen Freitag vorgestellt werden.

Das Bistum arbeitet eigenen Angaben zufolge bei Fällen von Missbrauch bereits seit geraumer Zeit eng mit den Staatsanwaltschaften zusammen. „Dazu gehört auch der Zugang zu Kirchenakten“, sagte Schnelle.

Im September vergangenen Jahres hatte das Bistum Zahlen genannt. Demnach wurden seit Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 85 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt, 23 Täter wurden bislang überführt oder hatten gestanden. Gegen 92 Geistliche, pastorale Mitarbeiter, Ordensschwestern, Kirchenmusiker und sonstige Laien waren Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben worden.

Ein weiteres Opfer habe sich nach der Veröffentlichung gemeldet, berichtete Schnelle. Der Beschuldigte sei dem Bistum bekannt. Auch zu diesem Fall lägen alle Informationen bereits der Staatsanwaltschaft vor, versicherte der Bistumssprecher. Mit der Einbindung der weltlichen Gerichtsbarkeit erfüllt das Bistum eine Hauptforderung von Opferverbänden.

Laut Schnelle haben Generalvikar Rösch und Bischof Georg Bätzing in den vergangenen Wochen insgesamt 13 Opfer sexuellen Missbrauchs zu Gesprächen getroffen. Weitere Gespräche seien mit deren Angehörigen geführt worden. Rösch hatte im September angekündigt, Aufgabe sei es nun, die Opfer zu hören.

Inzwischen seien im Bistum auch ein Schutzkonzept ausgearbeitet und zahlreiche Multiplikatoren geschult worden, um Missbrauch zu verhindern.

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