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Claudia Burgsmüller soll helfen, im Bistum Limburg sexuellen Missbrauch zu verhindern. Sie war schon bei der Aufarbeitung des Skandals an der Odenwaldschule (Bild) beteiligt.

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Kirche beauftragt Opferanwältin

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Claudia Burgsmüller soll helfen, im Bistum Limburg sexuellen Missbrauch zu verhindern. Sie war schon bei der Aufarbeitung des Skandals an der Odenwaldschule beteiligt.

Das Bistum Limburg setzt bei der Missbrauchsprävention auf externen Sachverstand. Wie das Bistum mitteilte, soll die Wiesbadener Anwältin Claudia Burgsmüller das Projekt „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“ begleiten. Burgsmüller hat sich bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule als Opferanwältin bundesweit einen Namen gemacht.

Burgsmüllers Aufgabe sei es, „das Projekt mit einem Blick von außen“ zu kontrollieren und die Schritte zur Umsetzung zu kontrollieren, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei es, sexualisierte Gewalt zu verhindern sowie Vertuschung und Bagatellisierung unmöglich zu machen.

Bischof Georg Bätzing hatte erste Schritte dazu im November vergangenen Jahres eingeleitet, wenige Wochen nach der Veröffentlichung der sogenannten MHG-Studie zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche. Diese hatte zu erfassen versucht, welche Fälle sexuellen Missbrauch es durch katholische Geistliche und Laien in den deutschen Bistümern nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegeben hatte.

Bätzing hatte angekündigt, die bekannten Missbrauchsfälle noch einmal untersuchen zu lassen. Zudem sollen sämtliche Personalakten von Klerikern und Ordensangehörigen begutachtet werden, um mögliche weitere Fälle sowie Vertuschungen aufzudecken. Zum Projekt gehören die Reform der Aus- und Weiterbildung von Seelsorgern, ein neues Personalführungkonzept sowie eine Prüfung der Informationswege.

Auch Fragen, inwieweit die Strukturen der Kirche Missbrauch und Vertuschung begünstigt haben könnten, sollen beantwortet werden. Dazu gehören Fragen der katholischen Sexualmoral, der Rolle der Frauen in der Kirche sowie klerikale Machtstrukturen und die Bewertung von Homosexualität.

Geleitet wird das Projekt von Dewi Suharjanto, Studienleiterin in der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Frankfurt, sowie von dem Organisationsberater Stefan Andres. Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen und in einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Die verschiedenen Schritte sollen von den Projektbeauftragten bis Mitte nächten Jahren entwickelt und umgesetzt werden.

Anwältin Burgsmüller war auch an der Aufarbeitung des Missbrauchs an der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Wiesbaden beteiligt. Im April ist von ihr dazu das Buch „Institutionelles Versagen beim Umgang mit sexueller Gewalt im schulischen Kontext“ erschienen, das sie gemeinsam mit Brigitte Tilmann verfasst hat.

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