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Kino auf der Zielgeraden

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Projekt am Bahnhof soll im dritten Quartal 2023 öffnen

BAD HOMBURG - Nach über 20 Jahren Gedankenspielen und Planungen sowie weiteren anderthalb Jahren Bauzeit ist das Kino-Center am Bad Homburger Bahnhof jetzt auf der Zielgeraden. Von außen erinnert nur noch wenig an den Rohbau, die Fassade in Richtung Bahnhofsvorplatz ist bereits verkleidet.

Dass es auch im Inneren voran geht, zeigte sich bei einem Baustellenrundgang gestern Nachmittag, bei dem der zukünftige Hauptmieter, Kinopolis-Geschäftsführer Dr. Gregory Theile, Bastian Hämmerle vom Hamburger Projektentwickler Procom und Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) den Baufortschritt präsentierten und den weiteren Zeitplan erläuterten.

Zwar sind die Wege noch provisorisch und Gerüste zwingen die Besucher mancherorts zu artistischen Einlagen, doch inmitten des rustikalen Baustellen-Charmes lässt sich das künftige Konzept schon gut erkennen. Man sei, sagt Theile, nun fast an dem Punkt angekommen, an dem man das Kino von Procom übernehmen kann, um die finale Ausstattung anzugehen.

Es ist ein besonderes Bild, das sich im großen, 280 Plätze fassenden Saal derzeit zeigt. Unten wird der Beton für den Estrich durch einen dicken Schlauch eingeleitet, oben ist die Decke schon verkleidet, die ersten Lautsprecher hängen, überall ragen Kabel aus den Wänden, und die große Wand, an der später die Leinwand angebracht wird, ist mit Gipsplatten abgedeckt.

Das Kinopolis Bad Homburg mit seinen sieben Sälen und insgesamt 950 Plätzen soll ein Premium-Kino werden, betont Theile. „Jeder Saal hat ein eigenes Lichtkonzept, es wird das erste Haus unserer Gruppe, in dem jeder Saal mit dem Sound-System Dolby Atmos ausgerüstet wird.“ Und statt der bislang üblichen Xenon-Projektoren wird es für alle sieben Säle Laser-Projektoren geben. „Vor zwei Jahren hätten wir das so noch nicht umsetzen können, da war die Technik noch nicht so weit“, fasst Theile zusammen.

MIETER IN DER NACHBARSCHAFT

Der Kino-Komplex-Investor Procom ist auch Entwickler der Bürohäuser „EO“ nebenan in der Basler Straße. Das Hamburger Unternehmen hat das Projekt „Am Wasserturm“ in seine Kampagne für die Büroflächen integriert und früh Erfolge vermeldet.

Maxon Computer hat dort seine bislang in Friedrichsdorf beheimatete Deutschlandzentrale angesiedelt, das Sprachinstitut telc gGmbH hat seinen Sitz aus Frankfurt nach Bad Homburg verlegt.

Der weltweit aktive Düsseldorfer Anbieter von Büro-, Konferenz- und Co-Working-Flächen Regus will seine Dependance in der Kurstadt am 28. Dezember eröffnen. hko

D-Box-Sitze machen Bewegungen im Film mit

Auch der Sitzkomfort soll über dem derzeitigen Standard liegen und in jedem Kino vier verschiedene Sitzgelegenheiten und in drei Kinos sogar noch eine spezielle Möglichkeit bieten, den Film zu genießen. 40 sogenannte D-Box-Sitze bewegen sich, sind über ein spezielles Programm auf den jeweiligen Film abgestimmt. So viel Komfort hat seinen Preis. 6 Euro Aufschlag wird es gegenüber dem „normalen“ Kinositz kosten. 4 Euro mehr sind für die elektrisch steuerbare Liege-Variante zu zahlen, dank der auch in der ersten Reihe Kino-Genuss möglich sein soll. Hinten gibt es auch Plätze mit Liegeposition, außerdem mit kleinem Tisch und Beleuchtung, Sofas, Premium-Sitze und eben den Standard-Platz. „Wir wollen die Kunden wählen lassen“, begründet Theile die Vielfalt. Und die Erfahrung habe gezeigt, dass häufig zuerst die teureren Plätze nachgefragt würden. Deswegen habe man auch im Laufe der Planungen die Zahl der Premium-Sitze erhöht. Mehr Service soll es auch beim Essen geben - Theile schwebt für einige Bereiche eine Bedienung am Platz vor und eine Speisekarte, die über Popcorn und Nachos hinausgeht. „Wir können uns kleine Burger oder Antipasti vorstellen.“

Zu den genauen Ticket-Preisen wollte sich Theile noch nicht äußern, hält je nach Film und Sitz-Kategorie „10 bis 20 Euro“ für realistisch, betont aber, dass es auch spezielle Angebote für Kinder und Familien geben soll. Außer Filmen wird es auch Übertragungen von kulturellen Veranstaltungen geben, wie etwa aus der MET in New York oder Aufzeichnungen von Konzerten. Und, auch da sei man bereits dran, eine Kooperation innerhalb der Stadt. Wer weiß, vielleicht lässt sich das ein oder andere astronomische Schauspiel, das die neue Volkssternwarte einfängt, bald im Kino am Bahnhof verfolgen.

Und wann läuft der erste Film? Bislang war immer von Herbst 2023 die Rede, Theile wäre der Spätsommer lieber. Man einigte sich kurzfristig auf „drittes Quartal“. Zur Premiere könnte dann ein Film laufen, der in anderen Häusern noch nicht läuft - die bekannte „Sneak Preview“ mit Überraschungsfilm wird es übrigens auch in der Kurstadt geben. Um über das Programm einer eventuellen Premierenfeier zu philosophieren, sei es aber noch zu früh.

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