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Die Erinnerung lebt: Andy Schröer hat dokumentiert, was Elvis Presley und „Ritters Parkhotel“ verbindet.

Legende

Bad Homburg: Der King von Zimmer 206

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Ein Raum im Steigenberger-Hotel atmet den Geist von Elvis Presley. Forscher Andy Schröer bereitet ein Themen-Wochenende vor.

Der in gedämpftem Zwielicht verlaufende Gang endet an einer Pforte, die ins Reich der Erinnerung führt: die Tür zu Raum 206, Elvis’ Zimmer. Hier, im Ecktrakt des heute als „Steigenberger“ bekannten Hotels, hat der King of Rock’n’Roll sein erstes deutsches Logis bezogen, die ersten Pressetermine außerhalb der USA abgehalten.

Mit welchem Furor der Jungstar die brave Kurstadt zwischen dem 4. und 6. Oktober 1958 heimsuchte, wird Thema eines herbstlichen Wochenendes sein. In dem renommierten 174 Zimmer-Haus soll punktgenau nach 61 Jahren dem Presley-Fieber neue Glut zugefächelt werden. Gemeinsam mit dem Forscher und Kurator Andy Schröer ist ein Fest geplant, zu dem Live-Musik, Ausstellungen und Führungen gehören. Gebucht ist die TCB-Band, eine tourneegestählte Kapelle ehemaliger Elvis-Begleitmusiker.

Zurück zu Zimmer 206. Es ist Teil des nicht abgerissenen „Ritters Parkhotel“-Seitenriegels. Ein Balkon mit Kurpark-Aussicht veredelt das heutige „Junior-Suite“-Arrangement. Mit historischem Bildmaterial (das Idol, die Gitarre schrammelnd, im unglamourösen Ambiente) bestückt, wird daraus zum Oktoberwochenende die offizielle „Elvis Presley-Suite“. Zweifellos ein Verdienst von jenem Mann, der sich seit vier Jahrzehnten dem Nachleben des aus Tupelo / Mississippi stammenden Elvis Aaron Presley verschrieben hat. Andy Schröer hat seine Flitterwochen in Bad Nauheim verbracht, um Zeitzeugen zu befragen, hat 1600 Originalexponate zusammengetragen, schließlich das „Elvis-Museum“ mitbegründet. Mit der einstigen Elvis-Ehefrau Priscilla ist er im Austausch. Heute hütet er eine aus Dokumenten, Möbelstücken, Instrumenten und Kleidung bestehende Schatzkammer. Einige dieser Devotionalien werden in Bad Homburg zu sehen sein.

Neben all den wunderbaren Memorabilien fahndet der 53-jährige Gelsenkirchener nach dem, was noch mündlich überliefert wird, dem Gedächtnis der Zeitzeugen entspringt. „Da wächst das Bild eines Menschen, wie er im Alltag war“: höflich, freundlich, humorvoll, ohne Berührungsängste.

Mit dem Schröer’schen Anekdotenwissen lassen sich Nächte füllen. Wer will daran zweifeln, dass der bekennende Rockabilly-Kämpe mit Verve durchs Elvis-Homburg geleiten kann? Um erzählend hinzuweisen auf Ted Herold, den Parkhotel-Nachbar, auf den „Pellegrin“-Eissalon und die Karate-Übungsstätte, die Bade-Episode am Usinger Hattsteinweiher nicht zu vergessen. Im August soll sein neues Buch zum Thema erscheinen.

„Ich finde noch immer Sachen – das Elvis-Terrain ist längst nicht abgegrast.“ Schmerzlich vermisst werden jedoch Super 8-Filme, die den Deutschlandaufenthalt des Populärkünstlers dokumentieren. „Bis dato ist davon nichts aufgetaucht.“ Gut, dass es die Bilder vom 5. Oktober 1958 gibt. Da kommen sich die Homburgerin Margrit Bürgin und der King sehr nahe: Die 16-Jährige schürzt die Lippen, der berühmte GI küsst mit geschlossenen Augen. Aufs Schönste verschwimmt mit einem Male die Grenze zwischen Schein und Sein.

Bad Homburg: Die Elvis-Tage im Überblick

Das Steigenberger Hotel in Bad Homburg veranstaltet zwischen 4. und 6. Oktober ein Presley-Wochenende. Geplant ist ein Konzert mit der TCB-Band, zu der vier Originalmitglieder der früheren Elvis-Begleitgruppe gehören.

Eine Ausstellung des „Elvis-Museums“ wird es ebenso geben wie die Eröffnung der „ Elvis Presley-Suite“. Weitere Details unter www.dennis-jale.com.

Zeitzeugen werden gebeten, sich unter frontoffice@bad-homburg.steigenberger.de zu melden. ov

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