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Kinderbetreuung kostet in Dreieich und Langen Millionen

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Von: Annette Schlegl

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In Dreieich protestierten Eltern am Dienstag gegen die „unzumutbare Betreuungssituation“.´
In Dreieich protestierten Eltern am Dienstagabend gegen die „unzumutbare Betreuungssituation“.´ © Michael Schick

Die Städte Dreieich und Langen müssen immer höhere Beträge aufwenden, um die Kinderbetreuung sicherzustellen. Das führt in den kommenden Jahren zu hohen Defiziten.

Die Kosten der Kinderbetreuung entwickeln sich für die Nachbarkommunen Dreieich und Langen zunehmend zum Problem. Die Städte nehmen Millionen in die Hand, um Kitaplätze zu schaffen, die wütende Eltern in Protestaktionen fordern. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten, weil mehr Kitapersonal bezahlt werden muss.

Die Elternbeiträge decken nur einen Bruchteil dieser Millionenausgaben – in Langen in diesem Jahr rund 10 Prozent, in Dreieich 8,1 Prozent. Gerade mal 15 Prozent sei der Deckungsgrad inklusive Zuweisung vom Land, sagte Dreieichs Bürgermeister Martin Burlon (parteilos), als er am Dienstag den Entwurf des Haushaltsplans 2022 vorlegte.

Langener Bürgermeister: „Wir werden weitgehend allein gelassen“

Die Kommunen fordern schon lange, dass sich Bund, Land und Kommunen die Kitaplatzkosten zu einem Drittel teilen. „Aber wir werden weitgehend alleingelassen“, stellte Langens Bürgermeister Jan Werner (CDU) in seiner Rede zum Haushaltsentwurf 2022 fest. Die Folge: Die Kommunen können das Defizit im Kitabereich auf Dauer nicht ohne Steuererhöhungen oder harte Einschnitte ausgleichen. Werner lieferte auch die entsprechenden Zahlen: 2018 betrug das Defizit in der Kinderbetreuung für die Stadt Langen 12 Millionen Euro, für 2022 sind 16,6 Millionen „Miese“ angesetzt, 2025 werden es rund 24 Millionen sein. Allein die sieben neuen Kitas, die bis 2023 in Betrieb gehen, verursachen geschätzt jährliche Mehrkosten von 3,1 Millionen Euro. In Langen sollen die Eltern deshalb um drei Prozent höhere Kitagebühren zahlen.

Trotzdem sind das Summen, die schon bald die Rücklagen der Stadt auffressen werden – obwohl sich das Finanzpolster in diesem Jahr um 4,13 Millionen auf 10,55 Millionen Euro erhöht hat. Ab Mitte 2024 werde wohl eine Lücke von 6,5 Millionen Euro klaffen, schätzt Werner.

Auch in Dreieich laufen die Kosten für die Stadt aus dem Ruder

Ähnlich sieht es in Dreieich aus. 2014 wandte die Stadt 8,8 Millionen Euro für die Kinderbetreuung auf, 15 Jahre später würden es zehn Millionen Euro mehr sein, rechnete Burlon vor. 2022 schlägt die Kinderbetreuung mit 14 Millionen Euro zu Buche. Aktuell herrscht in den gerade erst erweiterten Kitas aufgrund des Erzieherinnenmangels noch Personalnot, aber wenn die vakanten Stellen besetzt werden können, wird es teuer für die Stadt.

Für 2022 sind zwei Millionen Euro Defizit vorausgesagt, die dann durch verbliebene 11,9 Millionen Euro Rücklagen noch aufgefangen werden können. Defizitäre Haushalte in den kommenden Jahren würden diese Rücklagen spätestens 2026 auffressen, so Burlon. Das lasse die Kommunalaufsicht aber nicht zu, „weil wir so sehenden Auges in die Katastrophe laufen“. Deshalb plädiert er in seinem Haushaltsplan für eine zweistufige Grundsteuererhöhung: 2023 um 100 Punkte, 2027 um 150 Punkte.

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