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Tobias Greilich.
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Tobias Greilich.

Corona

Kinder und Jugendliche über Corona: „Wie im Krieg“

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Ein Buch dokumentiert, wie Kinder und Jugendliche Corona erleben. Herausgeber ist Tobias Greilich, der viel von der Not in der Welt weiß.

Herr Greilich, wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch?

Meine Frau und ich haben selbst drei Kinder, ich engagiere mich in zwei Schulelternbeiräten, auch sonst habe ich viel Kontakt zu Schulen. Da habe ich erleben müssen, wie sehr Kinder und Jugendliche unter Corona leiden, viel mehr, als uns Erwachsenen das sonst bewusst ist. Da wollte ich ihnen eine Stimme geben.

Sie sind Mitbegründer der Aktion „Hessen hilft“, unterstützen weltweit Menschen in Not. Ihr Buchprojekt und diese Hilfsaktion scheinen wenig miteinander gemein zu haben, oder täuscht das?

Die Aktion „Hessen hilft“ ist in der Tat ein klassisches Nothilfeprojekt, wir arbeiten dabei eng mit 300 Schulen in Hessen zusammen. Viele Schülerinnen und Schüler, viele Lehrkräfte unterstützen uns dabei und die Aktion ist ja auch aus einer Schülerinitiative heraus entstanden. Aber jetzt sind es eben die Schülerinnen und Schüler selbst, die in Not sind.

Sie kennen Not, helfen Menschen, die in Kriegsgebieten leben, aus ihrer Heimat flüchten mussten, Opfer von Naturkatastrophen sind, Hunger und Durst erleiden müssen. Wenn Sie jetzt sagen, Schülerinnen und Schüler in Hessen seien in Not, klingt das wie eine plakative Übertreibung.

Schule im Corona-Modus

Tobias Greilich (Hg.), 400 Beiträge aus 44 Schulen auf 464 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 978-3-942347-34-1

Es ist in der Tat eine Not, vor allem psychisch, ein großes empfundenes Leid. Kinder und Jugendliche haben in ihrem Leben ja noch nicht so viel erfahren wie wir Erwachsenen, für sie nimmt Corona einen viel größeren Teil des Lebens ein. Was manche der Beiträge ausdrücken, erinnert uns an Traumatisierungen, wie wir sie bei Menschen in Kriegsgebieten gesehen haben.

Welche Beiträge für das Buch haben Sie am meisten bewegt?

Das sind einige. Ich denke dabei zum Beispiel an das Bild, auf dem ein riesengroßes Kampfmesser in das Virus gerammt wird. Das zeigt so viel Hass und Wut auf Corona. Oder nehmen Sie das Titelbild. „Die Erde trägt Maske“ steht da, da steckt so viel drin von dem, was die Schüler und Schülerinnen empfinden. Dieses Weltumgreifende, alle Betreffende, das schon so lange dauert und von dem man nicht weiß, wann es einmal wieder verschwinden wird.

Das Buch ist ein im Wortsinn kunterbuntes Sammelsurium. Da gibt es ein Bild mit transparenten Klorollen im Andy-Warhol-Stil, die man sich zu Hause glatt an die Wand hängen könnte, lange, ausgearbeitete Texte, manchmal auch nur ein paar Stichworte voller Rechtschreibfehler oder auch sehr einfache Zeichnungen neben Gedichten. Haben Sie denn überhaupt ausgewählt oder redigiert?

Nein, darauf haben wir bewusst verzichtet. Es war völlig den Kindern und Jugendlichen überlassen, was sie machen wollten. Wir haben nicht ausgewählt und auch nicht korrigiert, sondern alles so stehen gelassen, wie wir es erhalten haben. Es geht bei dem Buch nicht um einen Wettbewerb der besten Beiträge, sondern es ist ein authentisches Dokument. Und das sollte es auch werden.

Interview: Peter Hanack

Marie Werner (9. Klasse), Schwalmgymnasium Treysa.
Leander Maria Krebuehl (14 Jahre), Albert-Schweitzer-Schule Gymnasium Alsfeld.
Tyler Isle (4. Klasse), Janusz-Korczak-Schule Altenstadt.
Alexander Wecker (6. Klasse), Taunusschule Bad Camberg.

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