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Am Mainufer werden Getränke und Eiswürfel gereicht. Am Sonntag ist dieser Service wichtiger denn je.

Triathlon

Ironman Frankfurt: Was Amateure antreibt, den Wahnsinn auf sich zu nehmen

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Ironman bei 38 Grad - und unterwegs kaum Schatten: Für die meisten der rund 3000 Athletinnen und Athleten zählt beim Triathlon in und um Frankfurt nur eines: im Ziel ankommen.

Es wird heiß, so heiß. 38 Grad im Schatten, aber wo gibt es auf der Strecke des Ironman-Triathlons in Frankfurt eigentlich Schatten? Auf den Anstiegen in Frankfurt-Bergen, Maintal und Bad Vilbel, die die Athleten jeweils zweimal mit dem Fahrrad bewältigen müssen? Bestimmt nicht. Auf der Laufstrecke am Mainufer, die es viermal zu meistern gilt? Nur an ausgewählten Stellen. Am Römerberg, auf dem sich das Ziel befindet? Vielleicht gegen 21.30 Uhr, aber auch dann kommen noch jede Menge Sportler ins Ziel.

Mehr als 3000 Athletinnen und Athleten aus 81 Nationen gehen am Sonntag (30. Juni 2919) von 6.25 Uhr auf die Strecke. Vor ihnen liegen 3,8 Kilometer Schwimmen im Langener Waldsee, 185 Kilometer Radfahren durch Frankfurt, den westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises und die Wetterau und zum Schluss ein Marathon (42,195 Kilometer) am Mainufer.

Ironman Frankfurt: Für Triathlon-Profis wie Kienle, Lange und Frodeno zählt nur der Sieg

Die Ambitionen der Sportlerinnen und Sportler für die Teilnahme am Ironman Frankfurt sind höchst unterschiedlich. Es gibt Teilnehmer wie Sebastian Kienle, Patrick Lange und Jan Frodeno, für die nur der Sieg zählt. Voraussichtlich wird der Gewinner den Wettbewerb in unter acht Stunden beenden, zu einer Zeit also, zu der viele Sportler noch längst nicht auf der Marathonstrecke sind.

Manch anderer möchte nach Hawaii. Denn der Frankfurter Ironman ist ein Qualifikationswettkampf für den Triathlon auf der Pazifik-Insel. 80 Plätze für den berühmtesten Ironman werden in Frankfurt verteilt.

Doch das Gros der Sportlerinnen und Sportler hat nur ein Ziel: Ankommen. Wobei die Organisatoren des Wettbewerbs um Renndirektor Pascal Morillon es genauer wissen wollten. Sie haben die Teilnehmer bei der Anmeldung gefragt, warum sie an den Start gehen. Es entstand eine Liste von beachtlichen, teils tragischen Beweggründen.

Übergewicht, Rauch-Entwöhnung, Vorbild-Funktion: Ironman-Ambitionen der Amateure sind unterschiedlich

Thomas S. aus Berlin etwa hat in den vergangenen Jahren 150 (!) Kilo abgenommen und fühlt sich deshalb fit für einen Ironman. Rodrigo M. aus Schwaben lag nach einem Motorradunfall sechs Monate im Koma und möchte nun das Leben genießen – beim Triathlon. Tobias W. aus Schwalmtal war sieben Jahre lang Raucher und wollte in dieser Zeit bei einem Volkslauf mitmachen. Er scheiterte, was ihm zu denken gab. Also trainierte er und trainierte er und trainierte noch mehr – bis er sich fit genug für den Ironman fühlte. Mittlerweile ist er übrigens auch Nichtraucher. Und dann ist da noch Sören K. aus der Wetterau, an dessen Haus der Ironman fast vorbeiführt. 2013 absolvierte sein Sohn seinen ersten Mini-Triathlon. Der Vater wollte ihm im folgenden Jahr zeigen, wie man die große Distanz schafft, und scheiterte. Fortan meistert er zunächst kleinere Wettbewerb, steigerte sich von Jahr zu Jahr und versucht sich nun wieder am eisernen Rennen.

Manche der Sportler, die zum ersten Mal starten, werden das Ziel vor dem Frankfurter Rathaus erst sehr spät erreichen. Um 22 Uhr endet das Rennen. Viele Zuschauer werden genau dann zum Römer kommen und die Athleten anfeuern, die alles geben, um es in der vorgegebenen Zeit noch ins Ziel zu schaffen. Rund 15 Stunden wird der Letzte in der Wertung am Sonntag unterwegs sein. Bei bis zu 38 Grad im Schatten, von dem es viel zu wenig gibt.

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