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Die Gemeinschaftsstraße in Nieder-Erlenbach.
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Die Gemeinschaftsstraße in Nieder-Erlenbach.

"Shared Space"-Modell Nieder-Erlenbach

Keine Sehnsucht nach dem Schilderwald

Nieder-Erlenbach ist der erste Frankfurter Stadtbezirk, der das Verkehrsprojekt "Shared space" umgesetzt hat - also gleiche Rechte für alle Verkehrsteilnehmer. Nun wurde eine erste Bilanz gezogen, eine positive. Von Nicole Koller

Von Nicole Koller

Beschwerden mit "shared space" habe es kaum gegeben, stellt Ortsvorsteher Matthias Mehl gleich zu Beginn der Sitzung fest. Gemeinsam mit Joachim Bielefeld vom Straßenverkehrsamt zogen die Lokalpolitiker im Nieder-Erlenbacher Ortsbeirat 13 am Dienstagabend eine Zwischenbilanz zur Gemeinschaftsstraße, die seit November 2009 im Ortskern erprobt wird. Zwei "Großereignisse", bei denen Parkplatzsuchende nicht genügend Rücksicht zeigten, habe es laut Mehl in dem halben Jahr gegeben, zum Beispiel die Kommunion im April. Da wollten die Leute scheinbar "in die Kirche fahren" und parkten den Platz vor der Bäckerei Moos zu. Wenn dort aber ein Auto steht, "bleibt der Bus stecken".

Dass jemand vor der Bäckerei parkt, komme allerdings öfter vor, wirft eine Bürgerin ein. Vor allem morgens und nachmittags stünden Autos vor der Anna-Schmidt-Schule Schlange. "Diese Bringerei und Abholerei war schon immer die reine Katastrophe", sagt Mehl - auch schon vor "shared space". Bielefeld schlägt vor, einen Fahrradständer neben der Bäckerei aufzustellen. So könne man nicht mehr dort parken und habe zudem einen Nutzen.

Wie der Ortsvorsteher hält auch der Amtsmann die Gemeinschaftsstraße bislang für einen vollen Erfolg. Weder habe es Beschwerden gegeben noch Unfälle, obwohl damals einige Bürger in den fehlenden Verkehrsschildern eine Gefahr für Behinderte und Kinder sahen. Auch im "shared space" verhielten sich natürlich nicht alle Fahrer vorbildlich. Die Zahl der Raser sei jedoch etwas zurückgegangen, auch wenn der Unterschied zu früher gering sei, informiert Bielefeld.

Im Ort sehe man das Verkehrsprojekt mit gemischten Gefühlen, meint Barbara Ziegner (SPD). Sie selbst hat manchmal das Gefühl, dass nicht alle Autofahrer über "shared space" informiert seien. Vor allem Ortsunkundige wüssten manchmal nicht, was auf Nieder-Erlenbachs Straßen vor sich gehe. Darum schlägt Ziegner vor, ein größeres Schild am Ortseingang anzubringen.

Die Lokalpolitiker hätten es auch gerne, wenn Rechts vor Links im gesamten Ortsbereich eingeführt würde. Im Prinzip kein Problem für Bielefeld, der mit dem "Entfernen von 98 Prozent der verbliebenen Vorfahrtsschilder" gut leben könne. Zwei Stellen bereiten ihm jedoch noch Bauchschmerzen, weshalb diese erst überprüft werden müssten.

Insgesamt ist die Bilanz des "shared space" positiv. Die kleinen Probleme, die an diesem Abend geschildert wurden, sind laut Bielefeld nicht unlösbar. Die Verkehrsteilnehmer fahren seiner Meinung nach umsichtiger als zuvor. Außerdem sei der Ort durch den fehlenden Schilderwald viel schöner geworden, fügt Mehl hinzu.

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