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Keine neuen Ermittlungen trotz aktueller Erkenntnisse

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Von: Gregor Haschnik, Yağmur Ekim Çay

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Arena Bar Hanau
Schriftzug der Arena Bar, einer der Tatorte des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Die Generalstaatsanwaltschaft sieht keinen Grund, das Verfahren zum Notausgang am zweiten Tatort des Anschlags von Hanau erneut auf den Prüfstand zu stellen.

Die Ermittlungen zum Notausgang in der Arena-Bar, einem Tatort des Anschlags von Hanau, sollen nicht wieder aufgerollt werden. Die Generalstaatsanwaltschaft leitet keine neuen Schritte ein – trotz der Aussagen von Polizist:innen im Untersuchungsausschuss des Landtags, die von einer versperrten Fluchttür berichteten, sowie aktuellen FR-Recherchen.

„Nach eingehender Prüfung ist die Generalstaatsanwaltschaft zu dem Ergebnis gelangt, dass die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hanau, dass kein hinreichender Tatverdacht einer fahrlässigen Tötung besteht, der Sach- und Rechtslage entspricht“, teilte ein Sprecher auf FR-Anfrage mit. Alle Beweismittel, auch die Videoaufnahmen vom Tatort, die Angaben diverser Zeug:innen und der Methodenbericht der Recherchegruppe Forensic Architecture (FA) seien berücksichtigt worden. Nähere Angaben machte er nicht.

FR-Recherchen: fehlende Vernehmungen

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren 2021 etwa wegen „widersprüchlicher Zeugenaussagen“ eingestellt. Es sei unklar, ob die Fluchttür am 19. Februar 2020 geschlossen gewesen sei. In der Bar wurden Hamza Kurtovic und Said Nesar Hashemi ermordet und weitere Menschen schwer verletzt. Sie rannten nicht zum Notausgang, sondern hinter eine Säule, weil die Fluchttür laut vielen Zeug:innen immer verschlossen war.

Die FR deckte auf, dass bei den Ermittlungen unter anderem mehrere Vernehmungen fehlten und die Tür entgegen der Feststellungen der Staatsanwaltschaft offensichtlich nicht klemmte. FA zeigte auf, dass vier, wahrscheinlich sogar fünf Gäste genug Zeit gehabt hätten, um sich zu retten, wenn der Notausgang geöffnet gewesen wäre. Damit widersprach FA ebenfalls der Staatsanwaltschaft. yeç/gha

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