Friedberg

Keine Kultur mehr im Zirkuszelt

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Die Stadt hat das Sommerprogramm neu aufgestellt. Die Zeiten unter dem Zirkuszelt sind vorbei. Der Burggarten wird nun stärker bespielt.

Es war an die 15 Jahre ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Kultur im Sommer, das gelb-weiße Zirkuszelt des Zirkus Renz, das für einige Wochen auf der Seewiese zum Beispiel der Ort für Konzerte verschiedener Musikgenres war. Doch der Wetterschutz ist marode geworden. Zeit für die Stadt und deren Kulturförderer neue „Locations“ zu suchen. Einher ging dies mit einer Neukonzeption, nach der etwa der Burggarten wieder stärker bespielt wird.

„Wir hätten für die kommende Saison ein neues Zirkuszelt benötigt und das wäre in der Miete doppelt so teuer gekommen wie das alte“, sagt Kulturamtsleiterin Christine Böhmerl. Der Komfort für die Besucher hätte sich zudem nur bedingt verbessert. Bei Regen wäre es dann von oben trocken geblieben, aber die nasse Seewiese, in der schnell das Wasser steht, wäre unvermeidlich geblieben.

Überdies wird es an Hochsommertagen unter dem Zelt „unheimlich heiß“, sagt Böhmerl mit Verweis auf die beiden vergangenen Jahre. Hinzu komme die einfache Bestuhlung. Was für einen Zirkus ausreichend ist, muss nicht ebenfalls für den musikalischen Genuss eines Klassikkonzerts taugen.

Das Kulturangebot der Stadt zwischen Mai und September verteilt sich nunmehr vor allem auf die Stadthalle, den Elvis-Presley-Platz und den Burggarten. „Friedberg hat eine schöne Stadthalle, die zuletzt vor zwei Jahren im größeren Umfang saniert wurde, sie bietet nun den passenden Rahmen etwa für die zwei Konzerte der Neue Philharmonie Frankfurt, die im August kommt“, sagt Böhmerl. Dafür nehme die Stadt gerne auch die Platzbegrenzung von 800 Sitzen statt der 1200 im Zirkuszelt hin. Raus an die sommerliche Abendluft geht es bei der Reihe „Feierabendtreff“. Der Elvis-Presley-Platz an der Kaiserstraße wird dann zur Bühne und Zuhörerraum mit Festzeltgarnituren etwa für ein Oldie-Konzert. Über den Sommer wird es vier unterschiedliche Veranstaltungen geben. Der seit 2017 bestehende „Feierabendtreff“ werde sehr gut angenommen, heißt es.

Kultur im neu gestalteten Burggarten

Der neu gestaltete Burggarten soll wieder stärker in das Kulturprogramm einbezogen werden, so Böhmerl. Allerdings wird es keine Renaissance der legendären „Soundgarden“-Festivals geben, die in seinen ersten sechs Jahren dort liefen.

Die Liste der Veranstaltungen besteht aus Kindertheater, „U20 Hessen Slam“, A Capella mit Unduzo sowie über drei Tage „Burggartenträume“ mit dem Theater Anu. Zudem wird das Burggarten-Café am Tag des offenen Denkmals wieder öffnen, berichtet Böhmerl.

Mit dem Konzept soll Vielfalt geboten werden. Dies soll erreicht werden etwa mit „Friedberg lässt lesen“, Open-Air-Kino im Rathauspark oder unter dem Titel „Zeig Dich“ mit Touren auf Dachterrassen in der Stadt.

Für Personen mit und ohne Behinderung wird Ende Mai auf der Seewiese das Festival „Mensch mach mit!“ geboten. „Natürlich wird es am 4. August auch wieder ,Friedberg spielt‘ geben“, so Böhmerl. Dann wird die Einkaufszeile Kaiserstraße zum Ort für Gesellschafts- und sportive Spiele, an denen alle Leute teilnehmen können.

Laut Böhmerl wird sich bei den Eintrittspreisen nichts ändern. Karten für das Konzert der Neuen Philharmonie Frankfurt gibt es ab 30,80 Euro.

Der „Feierabendtreff“ wird auch 2019 eintrittsfrei bleiben. Zum Besuch des Programms im Burggarten wird hingegen ein Obolus fällig.

Das Kulturprogramm der Stadt Friedberg wird in Teilen mit der Ovag, der Sparkasse Oberhessen sowie der Buchhandlung Bindernagel ausgerichtet. Auftakt ist am Montag, 21. Januar, mit „Friedberg lässt lesen“, ab 20 Uhr im Bibliothekszentrum. TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt liest Frauengeschichten. Das vollständige Programm gibt es gedruckt auf einem Jahreskalender, der in der Stadt sowie online zu haben ist: www.friedberg-hessen.de

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