Politik

Kein Zutritt für AfD-Politiker

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Die Jüdische Gemeinde Wiesbaden lässt den Landtagsabgeordneten Dimitri Schulz nicht an einer Veranstaltung teilnehmen. Der kritisiert die Gemeinde.

Der hessische AfD-Abgeordnete Dimitri Schulz hat die Jüdische Gemeinde Wiesbaden kritisiert, weil er dort am Donnerstagabend nicht an einer Veranstaltung im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ teilnehmen konnte. Gemeindevorstand Jacob Gutmark habe ihm unter Verweis auf sein Hausrecht den Zutritt verweigert und ihn gebeten, zu gehen, teilte Schulz mit. Außerdem habe Gutmark ihm gesagt, dass ein anderes Gemeindemitglied seinen Austritt angedroht habe, falls Schulz noch einmal in der Gemeinde auftauche. Schulz, der nach eigenen Angaben Mitglied der 2018 gegründeten Gruppe „Juden in der AfD“ ist, teilte mit, er werde Gutmarks Bitte respektieren, sei aber „sehr traurig darüber, dass ich in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden zu keiner Veranstaltung mehr gehen kann“.

Jacob Gutmark, der zugleich Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen ist, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Daniel Neumann, der Geschäftsführer des Landesverbands, bestätigte der Frankfurter Rundschau aber auf Nachfrage, dass Schulz der Zutritt zu der betreffenden Veranstaltung verwehrt worden sei. Dies habe aber rein formale Gründe gehabt, sagte Neumann. Schulz, der sich nach seiner Kenntnis nur als Jude ausgebe, sei zu der Veranstaltung nicht eingeladen gewesen und habe sich schlicht nicht rechtzeitig angemeldet. Von Schulz selbst heißt es dazu, er habe sich schriftlich zu dem Abend angemeldet, „wenn auch etwas verspätet“.

Daniel Neumann sagte der FR weiter, unabhängig von der Person Dimitri Schulz löse das Auftreten mancher AfD-Vertreter gerade bei älteren Jüdinnen und Juden Gefühle von Angst und Bedrohung aus. Das kenne er aus seiner Gemeinde in Darmstadt, sagte Neumann.

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