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Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren gegen einen 45-jährigen Sanitäter wegen des Verdachts der Körperverletzung eingestellt – mangels hinreichenden Tatverdachts. (Symbolbild)
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Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren gegen einen 45-jährigen Sanitäter wegen des Verdachts der Körperverletzung eingestellt – mangels hinreichenden Tatverdachts. (Symbolbild)

Hessen

Kein Tatverdacht gegen Sanitäter

  • Florian Hagemann
    VonFlorian Hagemann
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  • Ulrike Pflüger-Scherb
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Staatsanwaltschaft Kassel stellt Ermittlungen nach vermeintlichem Faustschlag gegen Flüchtling ein.

Ein Video, auf dem ein Notfallsanitäter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Kassel anscheinend einem Flüchtling ins Gesicht schlug, während zwei Polizisten zuschauten, sorgte im März für Empörung. Nun gibt es eine Kehrtwende in dem Fall.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren gegen den 45-jährigen Sanitäter wegen des Verdachts der Körperverletzung eingestellt – mangels hinreichenden Tatverdachts. Das teilte Andreas Thöne, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, auf Anfrage mit. Der Verdacht, der Sanitäter habe den 33-jährigen Flüchtling vorsätzlich mit der rechten Faust ins Gesicht geschlagen, während dieser in einer Flüchtlingsunterkunft in Kassel gefesselt auf einer Trage gelegen habe, habe sich im Laufe der Ermittlungen nicht erhärtet.

BKA beteiligt

Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei auf das Bundeskriminalamt (BKA), das das Videomaterial ausgewertet hat. Die vom BKA gefertigten Einzelbilder begründeten berechtigte Zweifel daran, dass der Schlag den 33-Jährigen im Gesicht getroffen habe. Der geflüchtete Mann konnte sich nicht an den Vorfall in Kassel erinnern. Ein Hausmeister hatte ihm im Anschluss das Video übermittelt, das dieser an die Polizei weiterleitete. Der Sanitäter hatte stets behauptet, nur gegen die Kopfstütze der Sanitätsliege geschlagen zu haben, nachdem er bespuckt worden war. Damit habe er einen Impuls setzen wollen, um die Spuckattacke des Patienten zu beenden, sagt Jorg Estorf, der Verteidiger des Rettungsassistenten.

Den Jochbeinbruch, der später bei dem Syrer festgestellt wurde, habe ihm nicht der Sanitäter an dem Abend zugefügt. Auch die Ausführungen eines Rechtsmediziners ließen Zweifel daran aufkommen, dass die Gesichtsverletzung des Flüchtlings durch den videodokumentierten Schlag verursacht worden sei, erklärte nun die Staatsanwaltschaft.

Ebenfalls eingestellt wurde das Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung gegen die beiden Polizeibeamten, die bei dem Vorfall im November 2020 in der Flüchtlingsunterkunft am Kasseler Kreisel anwesend waren. Der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach und das Innenministerium hatten damals das Verhalten des Sanitäters und der Polizisten heftig kritisiert.

Das Ermittlungsverfahren gegen den 33-jährigen Syrer wegen seines tätlichen Angriffs in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung sei hingegen noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft.

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