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In Hessen wird weiter geimpft.
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In Hessen wird weiter geimpft.

Corona in Hessen

Kein Impftermin storniert

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Hessen kann Astrazeneca durch andere Vakzine ersetzen. Die Arztpraxen steigen beim Impfen ein.

In Hessen muss kein Impftermin ausfallen, weil für Astrazeneca neue Altersbeschränkungen gelten. Bleibt es bei den vom Bund zugesagten Liefermengen, stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung. Betroffen sind rund 12 500 Personen, die unter 60 Jahre alt sind. Sie sollen unbürokratisch und unkompliziert eines der beiden zur Verfügung stehenden Vakzine ohne Alterseinschränkung erhalten – Biontech oder Moderna. Die 28 hessischen Impfzentren seien darauf vorbereitet, sagten Vertreter der Landesregierung am Mittwoch in Wiesbaden vor der Presse.

208 000 Hessinnen und Hessen im Alter unter 60 Jahren haben demnach bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. Ihr Zweittermin ist zunächst in den Mai verschoben. Bis Ende April will die Ständige Impfkommission (Stiko) entscheiden, wie es für diese Gruppe weitergehen soll. Der Abstand zwischen beiden Spritzen darf bei Astrazeneca bis zu drei Monaten betragen.

Anders als in anderen Bundesländern wird die neue Altersbeschränkung nicht dazu führen, dass die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen geöffnet wird. Noch warten rund 650 000 Registrierte der Priorisierungsgruppe 2 auf einen Termin. Erst wenn sie abgearbeitet sind, kommen die Ü-60 an die Reihe. Wann das sein wird, hängt vom Nachschub ab.

Am Dienstag hatte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder beschlossen, gemäß den Stiko-Empfehlungen Astrazeneca grundsätzlich nicht an Menschen zu verimpfen, die jünger als 60 sind. Auslöser waren weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Vakzin, das anfangs mangels ausreichender Studien in Deutschland nur bis zum Alter von 65 Jahren zugelassen war. In Hessen gab es laut Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) keine Komplikation mit tödlichem Ausgang. Astrazeneca bleibe ein sehr guter Impfstoff. „Der Nutzen überwiegt die Risiken bei weitem, denn der Wirkstoff schützt zuverlässig vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf.“ Er selbst würde auch Astrazeneca nehmen, wenn er „hoffentlich bald“ an der Reihe sei.

Seit der Premiere an Weihnachten wurden in Hessen rund eine Million Impfdosen in Oberarme gespritzt. „Die nächste Million sollte schneller gehen“, versprach der für die Logistik zuständige Innenminister Peter Beuth (CDU). Um die bereits zugesagten Termine für Jüngere einhalten zu können, erhielten die 28 Impfzentren Vakzin aus den Rücklagen für die Zweitimpfung. Sie werden an den Ostertagen durcharbeiten. Niemand habe einen Anspruch auf ein bestimmtes Vakzin – „das wird einem zugewiesen“. Wer das Angebot nicht annehme, müsse warten, bis die Mangelwirtschaft ein Ende hat. Für Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sind die Entwicklungen ein weiteres Argument dafür, die Hausarztpraxen einzubinden. „Bei Unsicherheiten ist es gut, wenn Impfwillige sich vom Arzt oder der Ärztin ihres Vertrauens beraten lassen.“ Das spreche dafür, die Astrazeneca-Lieferungen des Bundes in die Praxen zu geben.

Am Dienstag, 7. April, steigen bundesweit die Hausärzt:innen in die Impfkampagne ein. Sie erhalten zunächst maximal 20 Dosen pro Woche. Unabhängig davon läuft seit Mittwoch in Hessen ein Pilotprojekt mit Astrazeneca. Mit dabei ist der Wiesbadener Christian Sommerbrodt, Schatzmeister des Hessischen Hausärzteverbands. Massenhafte Absagen von Patient:innen gebe es nicht, sagte er der FR. Er hoffe, dass es dabei bleibt, scheint aber skeptisch: „Eine Katastrophe jagt die nächste.“

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