Personalie

Kassel: Neue Bischöfin Hofmann im Amt

Erstmals wird die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck von einer Frau geführt. Die Neue im Amt zeigt sich in ihrer Predigt engagiert.

Bei einem Festgottesdienst in der Kasseler Martinskirche ist die erste Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, am Sonntag in ihr Amt eingeführt worden. Das Kirchenparlament hatte die 55-Jährige im Mai gewählt. Hofmann war bislang Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule Bethel/Bielefeld. An dem Gottesdienst nahmen zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil.

Hofmann nahm in ihrer Predigt auch Bezug auf den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni. „Ich hätte nie gedacht, dass hier, mitten in Deutschland, politisch engagierte Menschen noch einmal Angst um ihr Leben haben müssen. Dass hier, in dieser Kirche, der Sarg von Walter Lübcke stand, der offenbar wegen seiner Überzeugungen hinterrücks erschossen wurde.“ Hofmann rief zu mehr Nächstenliebe auf. „Dazu gehört auch, Menschen aus dem Meer zu retten, die auf der Flucht vor Krieg oder Armut sind.“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte: „Es ist ein großer Tag für dich, aber auch für uns alle.“ In die Freude mische sich sicher auch die Frage, was auf einen zukomme. „„Du hast dir viel vorgenommen. Aber dir wird die Kraft dazu gegeben werden.“

Beim Gottesdienst wurde zugleich Bischof Martin Hein (65) nach 19 Jahren in dieser Position in den Ruhestand verabschiedet. „Ich danke dir für all das, was du uns als Kirche geschenkt hast“, sagte Bedford-Strohm. „Mögest du und deine Frau Ruth die neue Lebensphase als Schritt in eine neue Freiheit erfahren - und genießen.“ Als symbolischen Abschluss übergab Hein anschließend das Amtskreuz.

Die EKKW hat rund 800 000 Mitglieder. Ihr Gebiet erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zu dem in Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden. (dpa)

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